Praxistipps, um im Anschreiben Bezug herzustellen

Wir denken, Sie stimmen mit uns absolut überein, wenn wir Ihnen sagen, dass es ein großes Stück Arbeit ist, theoretische Tipps in die Praxis umzusetzen. Genauso verhält es sich auch mit dieser Thematik, denn Sie werden in wirklich jedem Bewerbungsratgeber den Tipp finden: „Das Anschreiben muss Bezug haben.“ Herzlichen Dank für diesen inhaltsleeren Tipp, werden sich an dieser Stelle die meisten denken, denn: Wie setzt man eigentlich Bezüge im Anschreiben? Genau dieses abstrakte Thema möchten wir nun in praxisnahe Tipps umwandeln

Welche Bezugsgrößen gibt es im Anschreiben?

Es gibt eine einfache Methode, ein äußerst passgenaues Bewerbungsschreiben aufzusetzen – und das geht so: Nutzen Sie die Stellenanzeige dafür, ein Stichwortverzeichnis zu erhalten, um Ihre Bewerbung mit Inhalt zu füllen. Da wir Ihnen eingangs Praxisbeispiele versprochen haben, möchten wir Ihnen hiermit auch eine kleine Auswahl dieser bieten.

Beispiel 1: Ein Unternehmen sucht Vertriebsmitarbeiter für den Außendienst.

Mit Blick auf den Job muss der Bewerber diese Aufgaben in der Praxis erfüllen: Kundenpflege national und international, Kundenakquise, Messevorbereitung und Betreuung, Projektplanung und -leitung, Mitgestaltung von Vertriebsstrategien.

So könnte die Bewerbung auf diese Stelle formuliert werden:

„Meine Ausbildung zum Kaufmann für Digitalmarketing war nur der Auftakt meiner Liebe zum Vertriebswesen. Kunden zu akquirieren, Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und dabei möglichst lange mit Ihnen auf einer Vertrauensbasis zusammenzuarbeiten, ist das, was mich glücklich macht. Besonders wichtig ist mir dabei der konkrete Kundenkontakt, den ich insbesondere bei Messen sehr schätze. Ein wenig visionär veranlagt bin ich zudem, daher tüftle ich regelmäßig an neuen, effektiven Vertriebsstrategien wie beispielsweise … .“

Beispiel 2: Ein Unternehmen sucht Controller für den Bereich Finance.

Mit Blick auf den Job muss der Bewerber diese Aufgaben in der Praxis erfüllen: Erstellung von Reportings, Analyse und Präsentation der Ergebnisse, Unterstützung bei Planungen und Strategiegesprächen, Präsentationswesen und Nachbereitung.

So könnte die Bewerbung auf diese Stelle formuliert werden:

„Mit einem Faible für Zahlen wird man Mathematiklehrer. Das war sehr lange Zeit mein Kenntnisstand, bis ich merkte: Kindern und Jugendlichen Lehrinhalte zu vermitteln, kann ich nicht sehr gut. Zahlenreihen interpretieren, Diagramme und Übersichtsgrafiken darstellen, liegt mir hingegen sehr. Und so war ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Finanzwesen auch die beste Entscheidung für mich. Zugegeben, meine Praktika lesen sich etwas einseitig, denn ich war dabei ausschließlich im Bereich Controlling tätig, allerdings nenne ich das eher Zielfokussierung, denn im Controlling liegt meine berufliche Zukunft.“

Beispiel 3: Eine Schreinerei sucht Fachkräfte für den Bereich Messe- und Eventbau.

Das fachliche Profil beschreibt die gewünschten Mitarbeiter mit diesen Qualifikationen: abgeschlossene Schreiner- oder Tischler-Ausbildung, Reisebereitschaft, Belastbarkeit, Flexibilität.

So könnte die Bewerbung auf diese Stelle formuliert werden:

„Nie hätte ich gedacht, dass ich die Inhalte, die ich mir während meiner ersten Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann aneignen durfte, einmal in die Praxis umsetzen könnte. Und nun sehe ich Ihre Stellenanzeige, die das vereint, was ich im Büro erlernt habe und nun – als gelernter Tischler – praktisch umsetzen kann. So kann ich beide Ausbildungen optimal miteinander verquicken. Ungebunden und jung wie ich aktuell bin, kommen mir verschiedene Einsatzorte durchaus entgegen, denn so kann ich etwas von der Welt sehen.“

Beispiel 4: Ein Unternehmen sucht Kosmetiker, die diese Aufgaben bewerkstelligen können:

Gesichtsanwendungen, Maniküre, Pediküre, Massagen, Hautanalysen, kosmetische Behandlungen.

So könnte die Bewerbung auf diese Stelle formuliert werden:

„Eine berufliche Aufgabe, bei der ich Menschen helfen kann, war immer mein Ziel. Als ich eine Ausbildung zur Physiotherapeutin machen durfte, war ich gefühlt der glücklichste Mensch aller Zeit. Doch dann der Schock: Mein Rücken spielte bei der Belastung nicht mit. Um im Wellness-Sektor bleiben zu können, absolvierte ich Kurse, die mich für kosmetische Behandlungen, Gesichtsanwendungen, Pediküre und auch Maniküre qualifizieren. So bringe ich – wenn auch nicht auf konventionelle Art und Weise – das Fachwissen mit, das Sie sich von Ihrer künftigen Kosmetikerin wünschen.“

Beispiel 5: Ein Betrieb der Sozialwirtschaft sucht nach einer Qualitätsbeauftragten.

QM-Prozesse, -Handbücher, -Systeme und -Controlling sollen dabei zu den Kernaufgaben des Qualitätsbeauftragten werden.

So könnte die Bewerbung auf diese Stelle formuliert werden:

„Ein abgeschlossenes Studium im Bereich Sozialwissenschaften, eine zertifizierte Weiterbildung im QM-Bereich sowie gute Kenntnisse der DIN EN ISO 9001 kann ich auf meinem Fachkenntnis-Portfolio vermerken und weiß: Das sind genau die Qualifikationen, die Sie sich von Ihrer künftigen Qualitätsbeauftragten wünschen.“

Nutzen Sie die Worte des Unternehmens

Was ist, wenn wir Ihnen sagen würden, dass der Betrieb, der nach Ihrer Fachqualifikation sucht, Ihnen viele der Worte, die er in der Bewerbung lesen möchte, förmlich in den Mund legt? Genau so sollten Sie nämlich ein Stelleninserat lesen und auch begreifen:

  1. Als ein Mittel, um sich selbst die Frage zu stellen: Bin ich der Richtige für den Job? Wichtig ist die ehrliche Beantwortung dieser Frage allemal, denn wenn Sie sich passgenau auf die Jobs bewerben, die Ihrem Qualifikationsprofil entsprechen, minimieren Sie frustrierende Absagen und steigern die Erfolgsquote, sich bis zum Vorstellungsgespräch durchzukämpfen.
  2. Als Hilfestellung, um die Worte zu wählen, die das Unternehmen lesen möchte. Allerdings dürfen Sie hierbei nicht übertreiben, sondern dürfen nur in diesen Punkten zustimmen, in denen Sie auch wirklich die Qualifikation haben, von der Sie sprechen. Ansonsten gilt nämlich der Spruch: Lügen habe kurze Beine.

Wortspielereien: „Betreff“ und „Bezug“ wurden lange Zeit analog verwendet

Wer mit Blick auf den Anfang nun stutzen musste, der hat sich sicherlich gewundert, dass wir im weiteren Verlauf des Beitrags Praxistipps dafür geben wollen, wie im Bewerbungsschreiben ein Bezug hergestellt werden kann. Haben Sie eine Abhandlung zum Thema Betreffzeile schreiben erwartet? Dann möchten wir Ihnen natürlich auch bei dieser Suchanfrage behilflich sein, denn einst wurden die Worte „Betreff“ und „Bezug“ noch analog verwendet. Beide Begriffe leiteten Betreffzeilen ein, die in etwa so lauteten:

  • Ihr Inserat *Berufsbezeichnung* (*Kennziffer*) im *Medium*

Der Unterschied ist nur:

Früher stand davor noch das kleine Wörtchen „Betreff“ oder eben alternativ „Bezug“. Heute gibt es dieses einleitende Wort nicht mehr. Daher möchten wir Ihnen nur mit auf den Weg geben, dass Sie sich heute nicht mehr um den Unterschied zu kümmern brauchen – denn weder Bezug noch Betreff werden noch in diesem Wort erscheinen.

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