Die Anschrift beim Bewerbungsschreiben

Sie fragen sich, warum ein ganzer Beitrag der Anschrift beim Bewerbungsschreiben gewidmet wurde? Wir verraten es Ihnen: Die Anschrift beim Bewerbungsschreiben fungiert wie ein Navi, das den Postboten sicher dorthin lotst, wo die Unterlagen hingebracht werden sollen. Ein Navi kann aber nur so gut sein, wie die Programmierung erfolgt. Und das heißt wiederum, dass der Anschrift im Bewerbungsschreiben eine enorm große Bedeutung zukommt.

Das Einmaleins der perfekten Anschrift beim Bewerbungsschreiben

Es gibt drei ganz einfache Grundregeln, die mit Blick auf die Anschrift beim Bewerbungsschreiben befolgt werden müssen, damit die mit viel Akribie und Hirnschmalz hergestellte Bewerbungsmappe auch dort landet, wo sie hingehört. Diese Grundregeln erläutern wir Ihnen nun peu à peu:

  1. Bereits im Beitrag zur DIN 5008 haben wir Ihnen die strukturellen Rahmenbedingungen für die Anschrift des Empfängers genannt. Darin heißt es in der Zusammenfassung: Das Anschriftenfeld umfasst neun Zeilen. Die ersten drei Zeilen sind für Zusteller-Vermerke reserviert. Die Adresse beginnt in der 4. Zeile. Dort steht erst der Name des Unternehmens und dann der Name des Ansprechpartners.
  2. Neben der Struktur bzw. der Position, die die Anschrift beim Bewerbungsschreiben einnimmt, ist auch der Inhalt entscheidend. Die eingangs erwähnten vier Zeilen werden so gefüllt: (1) Name des Unternehmens, (2) Ansprechpartner, (3) Straße und Hausnummer, (4) Postleitzahl und Ort. Für den Fall, dass Sie sich in einem sehr großen Betrieb bewerben, sollten Sie die entsprechende Abteilung (entweder die Personalabteilung oder die entsprechende Fachabteilung) zwischen den Namen des Unternehmens und den Ansprechpartner setzen. Mit Blick auf den Ansprechpartner gilt: Sie MÜSSEN den Ansprechpartner rausfinden. Entweder Sie erfragen telefonisch, an wen Sie die Bewerbung richten sollen oder es ist bereits in der Stellenanzeige ausgewiesen, wer die Bewerbung erhalten soll.
  3. Achten Sie bei der Wahl der Anschrift darauf, in jedem Fall die ausgewiesene Postanschrift zu nutzen – und nicht etwa die Hausanschrift. Diese nämlich benötigen Sie dann, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Personalreferenten bezeichnen Fehler in der Anschrift als „bösen Fauxpas“

Mit diesem Interview möchten wir Ihnen den Stellenwert einer korrekten Anschrift aufzeigen. Und hierfür wird kein geringerer als ein Personalreferent selbst Rede und Antwort stehen.

Zählt eine falsche Anschrift zu den schlimmsten Vergehen im Bewerbungsschreiben?

Personalreferent: Es zählt in jedem Fall zu den Top 3, würde ich sagen.

Und was sind die anderen drei größten No-Gos mit Blick auf die Bewerbung?

Personalreferent: Rechtschreib- und Grammatikfehler sind mindestens ebenso schlimm wie der Versand falscher Unterlagen. Sie glauben ja gar nicht, wie oft in der Betreffzeile ein ganz anderer Beruf steht, als der, den wir via Anzeige gesucht haben. Das ist natürlich ein ebenso großer Fauxpas wie eine falsche Anschrift.

Fällt eine falsche Anschrift denn überhaupt auf?

Personalreferent: Je größer die Firma, desto eher fällt eine falsche Anschrift auf. In großen Betrieben gibt es Poststellen. Dort wird die Post zu den entsprechenden Ansprechpartnern dazu sortiert bzw. ihnen in ihr Postfach gelegt. Wenn nicht klar ist, wer der Ansprechpartner ist, landet die Bewerbung in einer Zentralstelle. Wird dort herausgefunden, wohin sie gehört, wird das in großen Buchstaben auf dem Umschlag vermerkt. Und so beantwortet sich die Frage von selbst, ob es recht auffällig ist, eine falsche Anschrift auf den Brief zu schreiben. Ja, es ist sehr auffällig, wenn der korrekte Ansprechpartner in überdimensionalen Lettern auf dem Briefumschlag steht.

Wenn wir von der Anschrift beim Bewerbungsschreiben sprechen, meinen Sie eigentlich den Ansprechpartner, oder?

Personalreferent: Nein, ich meine schon beides. Natürlich ist die Anschrift meist einfacher herauszufinden bzw. lässt sich schnell und einfach von der Stellenanzeige abtippen. Doch auch hier passieren Fehler. Rechtschreibfehler sind dabei am häufigsten. Auch werden Hausnummern und Postleitzahlen oft falsch geschrieben. Und natürlich haben Sie Recht, dass der Ansprechpartner für die Bewerber meist die größte Hürde darstellt.  Wenn dieser nicht explizit in der Stellenausschreibung genannt wurde, erhalten wir 90 Prozent der Bewerbung mit der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ und entsprechend ohne Angabe eines Ansprechpartners.

Können Sie den Bewerbern denn einen Tipp geben, wie der Ansprechpartner herausgefunden werden kann?

Personalreferent: Die einfachste Variante ist sicherlich der Griff zum Telefonhörer. Fragen Sie beim Betrieb nach, an wen Sie die Bewerbung richten müssen. Dabei müssen Sie in jedem Fall beachten, dass Sie die genaue Schreibweise des Namens erfahren oder sich den Namen notfalls buchstabieren lassen. Alternativ können Sie natürlich auch im Internet recherchieren. Da Unternehmensstrukturen heute meist nicht sehr durchsichtig sind, ist das Fehlerpotential bei dieser Variante allerdings sehr hoch, denn: Wenn Sie sich in der Presseabteilung bewerben, wissen Sie noch lange nicht, ob dabei die zentrale Pressestelle oder ein Pressevertreter eines Team gemeint ist. Daher mein Rat: Wer kann, sollte besser telefonisch den Ansprechpartner erfragen.

Ist das nicht nervig für Sie als Personalreferenten?

Personalreferent: Ich muss gestehen, dass ich manchmal sogar ganz bewusst meinen Namen nicht angebe, denn ich möchte wissen, wer anruft und ich notiere mir auch, wer sich telefonisch gemeldet hat, um den Ansprechpartner zu erfragen. Besonders in Büroberufen ist das häufig üblich, denn hierbei wird vorausgesetzt, dass die Menschen kommunikativ sein können.

Der Sonderfall: Braucht eine Online-Bewerbung eine Anschrift beim Bewerbungsschreiben?

Die Antwort auf diese Frage ist ein großes, deutliches „ja“. Das Bewerbungsschreiben fällt in die Kategorie „Geschäftsbrief“ und damit gehört auch zwingend die korrekte Anschrift beim Bewerbungsschreiben auf den Brief – egal ob die Mappe letztlich postalisch oder via E-Mail verschickt wird. Und auch wenn es dabei längst nicht so auffällig ist, wenn die Anschrift falsch auf dem Umschlag steht und in roten Buchstaben korrigiert wird, so sind auch hier ein korrekter Ansprechpartner und eine korrekte Anschrift Grundbestandteil der Anschrift beim Bewerbungsschreiben.

Übrigens …

… gelten bei der Online-Bewerbung dieselben Regeln wie bei der ausgedruckten Variante: Den Ansprechpartner müssen Sie in jedem Fall im Vorfeld herausfinden, denn an die E-Mail-Adresse „info@…“ oder „kontakt@…“ zu schreiben ist ebenso ein No-Go wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu schreiben.

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