Inhalt Bewerbungsschreiben

Wir denken, Sie haben sich sicherlich schon einmal gefragt, was denn nun zum Inhalt des Bewerbungsschreibens werden soll. Dann sind Sie nicht allein, denn die einfache Antwort „stellen Sie sich und Ihre Qualifikationen auf einer Seite dar“, klingt theoretisch ganz leicht, ist aber in der Praxis ganz schön schwierig, denn letztlich wird jedes Wort auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt. Im folgenden Beitrag haben wir Ihnen einige Beispiele zusammengestellt, wie der Inhalt des Bewerbungsschreibens aussehen sollte. Angelehnt an die Tipps und Tricks zu Form und Inhalt, können Sie hier einige Beispiele nachlesen.

Inhalt Bewerbungsschreiben, Teil 1: Die Einleitung der Bewerbung

Nach der Betreffzeile und der Begrüßungsformel geht’s an die Einleitung. Darüber wissen Sie wahrscheinlich eher, was Sie nicht schreiben sollten, als das, was Sie schreiben sollten. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede:

So darf’s aufs Papier So besser nicht
  • Eine Einleitung mit Überraschungseffekt wie etwa: „Ohne mein Fahrrad gehe ich nirgends hin. Warum das für Sie von Vorteil sein könnte? Weil ich auch zur Arbeit mit dem Fahrrad fahre – und damit weder abhängig vom Verkehrsaufkommen noch von öffentlichen Verkehrsmitteln bin.“
  • Eine Einleitung mit einem persönlichen Start: „Ich habe vier jüngere Geschwister und war für alle gerne der große Bruder. Nur eins haben sie immer vermisst: männliche Erzieher. Deswegen möchte ich diese Lücke nun füllen.“
  • „hiermit bewerbe ich mich als …“
  • „mit Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen, in der Sie … suchen“
  • „heute bewerbe ich mich in Ihrem Betrieb als …“

Inhalt Bewerbungsschreiben, Teil 2: Die Kontaktanzeige

Es gibt eine ganze einfache Methode, den perfekten ersten Absatz nach der Einleitung zu kreieren. Spicken Sie doch mal bei den Kontaktanzeigen! Dort steht in aller Kürze genau das, was Sie nun mit Bezug auf Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse wiederholen sollten. Die folgenden Beispiele zeigen, wie’s geht:

  • „Ich bin gelernter Drucker mit einer Fortbildung zum Medienfachmann. Mit 32 Jahren und Erfahrungen im Offset- und Digitaldruck bringe ich das bestmögliche Rüstzeug mit, um von der Druckerei in die Auftragsabwicklung zu wechseln.“
  • „Ich bin 28 Jahre alt und kann bei Ihnen die Berufserfahrung gleich zweier Ausbildungen einbringen: Nach meiner Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement habe ich die Ausbildung zur Kauffrau für visuelles Marketing gemacht. Mit diesem Kenntnisstand in petto, weiß ich 100 Prozent Ihrer Anforderungen erfüllen zu können.“
  • „53 Jahre bin ich. Damit gehöre ich aber noch längst nicht zum alten Eisen, sondern zähle mich eher zur Kategorie der Senior Spezialisten im Bereich Datenbankmanagement.“

Inhalt Bewerbungsschreiben, Teil 3: Anforderungen mit Fakten beantworten

Anschließend folgt der Part, bei dem Ihnen die Stellenanzeige sehr hilfreich sein kann, denn wenn Sie die dort gestellten Anforderungen sinnvoll gruppieren können und dazu Fakten und Erfahrungsschätze liefern können, liefern Sie mit Ihrer Antwort dem Personalreferenten auch schon die Antwort auf seine Suchanfrage.

Ein Beispiel

Gesucht wird ein Mitarbeiter, der Erfahrungen bei der Umstellung des leitenden ERP-Systems hat. Können Sie diese nachweisen, beschreiben Sie in ein bis zwei Sätzen, was Sie dabei gemacht haben. Vielleicht passt ja diese Muster-Formulierung: „Die Auswahl eines neuen ERP-Systemanbieters war der erste Schritt. Diesem folgte die schrittweise Übergabe bestehender Datensätze. Erst als das neue System reibungslos lief und die Mitarbeiter geschult waren, stellten wir final um.“

Wichtig ist …

… dass Sie keine plumpen Formulierungen verwenden.

… dass Sie nicht ohne inhaltliches Futter Superlative aneinanderreihen.

… dass Sie sich auf verlässliche Fakten stützen.

… dass Sie mit Softskills sehr vorsichtig umgehen, denn diese sind schwer belegbar.

Inhalt Bewerbungsschreiben, Teil 4: Was möchten Sie verdienen?

Viel! Ausreichend! Millionen! All diese Antworten sind menschlich und typisch, haben aber in einer Bewerbung nichts zu suchen. Vielmehr gilt, dass Sie eine ordentliche Antwort auf die Frage liefern. Und diese ordentliche Antwort beinhaltet ein Brutto-Jahreseinkommen, das alle Jahresgehälter umfasst, allerdings auf die Ausweisung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet. Entweder Sie nennen Ihr ungefähres aktuelles Gehalt. Das ist möglich, wenn Sie auf derselben Hierarchiestufe bleiben werden. Oder Sie nennen nach Recherchen zum möglichen Gehalt der Wunsch-Stelle auch Ihr Wunsch-Gehalt. Die Formulierung sollte dabei kurz und prägnant sein.

  • „Ein Bruttoeinkommen von XXX im Jahr entspricht meinen Vorstellungen.“
  • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei XXX brutto im Jahr.“

Inhalt Bewerbungsschreiben, Teil 5: Wann können Sie anfangen?

Sofort, jederzeit, gestern und andere vermeintlich motiviert klingenden Worte sollten Sie am besten komplett streichen, denn diese Formulierungen klingen nach größter Not und das ist letztlich immer ein schlechter Ausgangspunkt für Verhandlungen.

  • Wenn Sie wirklich nicht erwerbstätig sind, bietet es sich an, anzugeben, dass Sie „kurzfristig verfügbar“ sind.
  • Wenn Sie sich in einer ungekündigten Stellung befinden, nennen Sie idealerweise die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist. So kann sich der Personalreferent selbst ausrechnen, wann Sie einsteigen können.
  • Wenn Sie bereits wissen, dass Ihre Anstellung im Zuge eines Projektendes endet, können Sie das hierfür anvisierte Projektende formulieren.

Spezialitäten können individuell ergänzt werden

Was ist, wenn wir Ihnen sagen, dass die genannten fünf Teile bereits der ganze Zauber eines guten Bewerbungsschreibens sind? Schön, dass wir nun das Steinchen vom Herz haben kullern hören. Allerdings möchten wir Ihnen diese kleine Zugabe nicht vorenthalten.

Hier kommen die Spezialitäten

Manchmal ist es nötig, einen Hinweis zur Mobilität anzubringen (wenn Sie sich auf eine Stelle im Außendienst bewerben) oder darauf hinzuweisen, dass Sie umzugsbereit sind (wenn Sie sich in sichtlicher Entfernung zu Ihrem Wohnort bewerben).

So formulieren Sie es richtig

„Vor wenigen Wochen habe ich meinen Führerschein bestanden, daher ist das Pendeln zwischen zwei Einsatzorten nicht etwa ein Last, sondern die Freude darüber, möglichst viel Zeit im Auto zu verbringen.“

„Ursprünglich komme ich ganz aus der Nähe Ihres Unternehmens. Nur durch Studium und andere Jobalternativen wurde ich ein wenig zum Deutschland-Tingler. Nun möchte ich zurück in meine Heimat – und in Ihren Betrieb.“

„Projektmanagement bedeutet für mich, neue Impulse aufzugreifen, zu prüfen und umzusetzen. Das hat mich bisher glücklich gemacht und so stelle ich mir auch meinen weiteren beruflichen Werdegang vor.“

„Als Vorgesetzter von 40 Außendienstmitarbeitern habe ich immer versucht, regelmäßig persönliche Gespräche zu führen. Selbst in Zeiten von Smartphones und E-Mails war mit der persönliche Kontakt stets wichtig.“

Recherchetipps

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