Lebenslauf

Sie stimmen sicherlich mit mir darüber ein, dass der Lebenslauf das zentrale Element jeder Bewerbung ist. Dann möchte ich Sie nun fragen: Was gilt es denn bei der Struktur eines Lebenslaufes zu beachten? Vermutlich können Sie mir diese Frage nicht ein-eindeutig beantworten (weil es mittlerweile nämlich nicht mehr eine Form des Lebenslaufes gibt, sondern mehrere). Oder Sie versuchen mit Angaben wie „auf Chronologie achten“ das Lebenslauf Muster zu skizzieren, das vor langer Zeit einmal als Standard galt. Mit diesem Lebenslauf-Crashkurs möchten wir Ihnen nun zeigen, welche Optionen es gibt, und was Sie jeweils beachten sollten.

Variantenvielfalt beim Lebenslauf

1.) Der tabellarische Lebenslauf ist Ihnen sicherlich bekannt. Sie ist die am häufigsten genutzte  Variante eines Lebenslaufes. Wie der Name bereits vermuten lässt, zählen beim tabellarischen Lebenslauf Ordnung und Struktur. Aber Achtung: Eine klassische Tabelle gibt es auch im tabellarischen Lebenslauf nicht, jedoch eine „unsichtbare“ Tabelle, die das Anfangs- und Enddatum einer beruflichen Station auf der linken Seiten positioniert. Für die Positionsbeschreibung sowie den Namen des Betriebs ist dann auf der rechten Seite Platz. Tipp: Ein paar Details aus der Stellenbeschreibung werden hier seitens der Personalverantwortlichen in jedem Fall begrüßt. Mit Blick auf die Reihenfolge gilt: Die aktuelle Stelle steht auf der Pole-Position, sprich ganz oben. Die weiteren Meilensteine werden rückwärts chronologisch sortiert. Fazit: Die Sortierreihenfolge lautet so: Beruf, Ausbildung- und Weiterbildung, Schule. Dieser Klassiker wird meist nicht explizit eingefordert, sondern gilt als der Standard, falls keine andere Form gewünscht ist.

2.) Das Pendant zum strukturierten tabellarischen Lebenslauf ist der ausführliche Lebenslauf, der massiv an Popularität eingebüßt hat. Warum hat die ausführliche Variante an Fans verloren? Weil das Motivationsschreiben explizit dann eingefordert wird, wenn es um die sprachliche Gewandtheit des Bewerbers geht. Wird dies nicht gewünscht, dann reicht dem Personalreferenten häufig die tabellarische Form, die übrigens auch am schnellsten zu lesen ist. Der ausführliche Lebenslauf hingegen ist für den Bewerber und den Personalreferenten gleichermaßen eine Fleißarbeit, die im Bewerbungsmarkt rar wird.

3.) Der englische Lebenslauf ist Ihnen vermutlich nur dann bekannt, wenn Sie sich bereits in einem international tätigen Unternehmen beworben haben. Hier gilt: Wenn der Betrieb einen englischen Lebenslauf wünscht, dann wird er diesen auch explizit einfordern. Der Unterschied zum deutschen Klassiker ist nicht etwa die Sprache sondern vor allem der Inhalt. Beim englischen Lebenslauf gilt: Persönlichkeit first. Das heißt, dass Erfolge und Auszeichnungen besonders betont werden. Platz ist dafür im sogenannten „Qualification Summary“ (der Zusammenfassung), unter „Experience Highlights“ (den Top-3-Erfolgen) und in der „Employment History“ (einer Liste Ihrer bisherigen Arbeitgeber). Ihren schulischen Werdegang setzen Sie unter die Überschrift „Education & Training“. Unter „Community Involvement“ ist Platz für Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Was es darüber hinaus mit Sonderformen wie dem EU Format, das ist Thema im jeweiligen Fachbeitrag. Auch die Frage „was tun bei Lücken in der Laufbahn?“ wird entsprechend detailliert beantwortet.

Thematische oder chronologische Gliederung!?

In dieser Infobox möchten wir Ihnen zeigen, welche Unterschiede es zwischen der thematischen und der chronologischen Gliederung gibt. Auch halten wir einige Praxistipps bereit, wann welche Variante die Passendste ist. Die sogenannte „thematische Gliederung“ empfiehlt sich denjenigen, die in mehreren Berufen zuhause sind. Pro Beruf einen Themenlock zu erstellen, der Ausbildung, Erfahrung und Berufspraxis umfasst, hilft dem Personalreferenten dabei, sich besser im Leben des Bewerbers zurechtzufinden. Auch mit nur einem Beruf ist eine thematische Gliederung sinnvoll. So wandern berufsbezogene Praktika in die Rubrik Berufserfahrung und Fortbildungen ins Schul-Kapitel.

Achtung

Die thematische Gliederung gilt als moderne Variante. Wer einen konservativen Arbeitgeber hinter dem Wunschbetrieb vermutet, sollte diese Version nur bedingt anwenden. Das chronologische Pendant ist in der strengen Variante (beginnend mit der Schulzeit) und in der umgekehrten Chronologie (mit der aktuellen Stelle zuerst) die „Nummer sicher“, denn: Struktur und Ordnung regieren immer noch den Bewerbungszirkus. Der Nachteil ist, dass gerade bei der chronologischen Reihenfolge etwaige Lücken im Lebenslauf besonders auffällig sind.

Die Lebenslauf-Trickkiste

Nun zeigen wir Ihnen die besten Tipps, die Sie in jedem Lebenslauf anwenden können:

  1. Grundsätzlich gilt: Ein Lebenslauf sollte unterschrieben werden. Das gibt dem Dokument einen offizielleren Charakter. Zudem bestätigen Sie quasi mit Ihrer Unterschrift noch einmal die Aktualität der Daten. „Ich habe den Lebenslauf noch einmal gelesen und weiß, dass alle Angaben korrekt sind.“ Das ist die Übersetzung für Ihre Unterschrift inklusive Datum.
  2. Familienstand, Religion, Alter und Bild – Sie fragen sich, was diese Bestandteile gemeinsam haben? Einst waren es Informationen, die in den persönlichen Daten oder im Lebenslauf festgehalten wurden. Heute sind alle diese Angaben unnötig. In manchen Ländern sollten Sie sogar tunlichst auf diese Informationen verzichten. Dort gelten strenge Antidiskriminierungsrichtlinien. Tipp: Was aus der Rubrik „persönliche Daten“ noch übrigbleibt, kann auch in der Kopfzeile untergebracht werden.
  3. Berufsbezeichnungen werden heutzutage immer kreativer. Das heißt auch: Ein Personalreferent bekommt Bewerber mit unzählig vielen unterschiedlichen Berufen auf den Tisch – und soll nun entscheiden, wer für die ausgeschriebene Stelle passt. Problem: Manager gibt es heute wie Sand am Meer – aber was macht ein Manager eigentlich? Helfen Sie dem Personalreferenten mit einer kleinen Job-Description im Lebenslauf. Beim klassischen tabellarischen Typ sowie in der englischen Variante ist das durchaus üblich.
  4. Die Daten im Lebenslauf und Ihre Anlagen müssen übereinstimmen. Das bedeutet, dass Sie die Reihenfolge, in der Sie Ihre beruflichen Meilensteine im Lebenslauf niederschreiben, bitte auch bei der Sortierung der Anlagen einhalten.
  5. Da es sich bei der Wiedergabe Ihres Lebenslaufes nicht um einen maschinellen Prozess handelt, sondern um ein Abbild Ihres Lebens, sind Lücken nicht dramatisch, sondern vielmehr menschlich. Nach dem Ende des Studiums nicht sofort eine Anstellung zu finden ist ebenso normal wie eine Führungskraft, die nicht sofort wieder einen entsprechenden Job in der gewünschten Hierarchiestufe einnimmt. Tipp: Stehen Sie zu Ihren Lücken, betonen Sie sie nicht, vertuschen Sie sich nicht. Aber machen Sie sich im Bewerbungsgespräch auf Rückfragen zu diesem Thema bereit.
  6. Wenn Sie gerade dabei sind, Ihren Lebenslauf upzudaten, dann vergessen Sie nicht Ihre Lebenslauf-Varianten, die vielleicht im Internet kursieren. Tipp: Halten Sie Ihre Profile in den sozialen Medien aktuell. Viele Headhunter sind heute erst online unterwegs, bevor sie überhaupt eine Anzeige schalten.

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