Lebenslauf Bewerbung Foto. Gibt es dieses Trio heute eigentlich noch?

Lebenslauf – Bewerbung FotoStimmen Sie uns zu, wenn wir Ihnen sagen würden, dass Lebenslauf Bewerbung Foto ein Erfolgs-Trio im Kampf um eine Stelle ist? Dann müssen wir Sie jetzt einmal mächtig desillusionieren, denn die Zeiten, in denen Lebenslauf Bewerbung Foto noch eine feste Einheit bildeten, sind längst passé. Der Grund: Ein Gesetz hat sich eingeschlichen und das besagt, dass keine Informationen mehr in der Bewerbung erfasst werden müssen, die eine Benachteiligung begünstigen könnten. Heute werden wir Ihnen zeigen, welche Folgen sich daraus für Ihre Bewerbung ergeben.

Die rechtliche Basis = das Ende für Lebenslauf Bewerbung Foto

Im Fachjargon heißt es „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“. Umgangssprachlich wird es als „Antidiskriminierungsgesetz“ gehandelt. Inhaltlich bedeutet es, dass einer Diskriminierung vorgebeugt werden soll, die sich auf Alter, Ethnie, Geschlecht, Behinderungsgrad oder Religionszugehörigkeit bezieht.

Übersetzt bedeutet das …

In der Bewerbung sind diese Angaben künftig nicht mehr nötig:

  • Altersangabe
  • Familienstand (und Infos zu Eltern, Geschwistern)
  • Herkunft
  • Religionsangehörigkeit
  • Behinderungsgrad

Und da viele dieser Informationen am Bewerbungsfoto ablesbar wären, ist das das Ende des Trios: Lebenslauf Bewerbung Foto.

Das Gesetz zeigt unsichtbare Wirkung

Nach dieser Infobox kennen Sie nun die rechtliche Grundlage dessen, dass sich das Trio Lebenslauf Bewerbung Foto förmlich in Luft aufgelöst hat. Doch wie sieht es in der Praxis aus?

Besonders die Arbeitgeberseite reagiert

… und zwar mit Stelleninseraten, die sich der gesetzlichen Regelung anpassen. Diese Anpassung können Sie an den folgenden Punkten erkennen:

  • Es wird stets die männliche und die weibliche Form der Berufsbezeichnung genannt. Sonst könnte dies als Diskriminierung mit Blick auf das Geschlecht gewertet werden.
  • Floskeln wie „rüstige Rentner“ oder „junge Kräfte“ sind verschwunden. Sonst könnte dies als Diskriminierung mit Blick auf das Alter gewertet werden.
  • Persönliche Daten und Bewerbungsfotos werden nicht mehr explizit gefordert. Sonst könnte dies als Diskriminierung mit Blick auf die Herkunft gewertet werden.
  • Im Vorstellungsgespräch treten Unternehmensvertreter nie alleine auf, damit beim Diskriminierungsvorwurf nicht etwa Aussage gegen Aussage steht.
  • Wird ein Bewerber abgelehnt, steht in dem entsprechenden Schreiben niemals ein Grund für die Ablehnung, denn auch hiermit würde sich der Betriebe letztlich angreifbar machen.

Ändert sich auch praktisch die Konstellation Lebenslauf Bewerbung Foto?

Die Unsicherheit ist groß und viele Bewerber fragen sich: Was darf ich? Was muss ich? Grundsätzlich ist das Gesetz bindend. Eine Grauzone ist indes ein Unternehmen mit einer ohnehin konfessionellen Bindung. Häufig ist dies im sozialen Bereich Praxis. Dann finden sich Sätze wie „eine Assoziation mit den Werten der katholischen Kirche wäre wünschenswert“ in der Stellenanzeige. Der Tenor lautet auch hier: Vorsichtig formulieren, anstatt Gefahr zu laufen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu verstoßen.

Warum wird ausgerechnet das Trio Lebenslauf Bewerbung Foto gestrichen?

Einigkeit herrscht in der Praxis übrigens nicht, denn häufig äußern sich diejenigen, die in der Praxis tagtäglich mit Bewerbungen zu tun haben, kritisch auf die Frage, ob denn nun ein Bewerbungsfoto dem Lebenslauf beigefügt werden soll oder nicht.

Der Grund:

Spätestens im Bewerbungsgespräch wird der Bewerber ohnehin persönlich im Unternehmen vorstellig und das bedeutet:

  • Das Alter ist für den Betrieb schätzbar oder wird gar im Personaleinstellbogen abgefragt.
  • Gesichtszüge, Augen- und Haarfarbe lassen Schlüsse auf die Herkunft zu.
  • Religiöse Zeichen könnten offen getragen – und würden dann die Konfession aufzeigen.
  • Auch eine offensichtliche Behinderung wäre im Vorstellungsgespräch vermutlich sichtbar.

Exkurs: Auch persönliche Fragen stehen auf dem Index

Bekannter dürfte Ihnen das „ungeschriebene Gesetz“ sein, dass einige Fragen im Bewerbungsgespräch auf dem Index stehen und nicht gestellt werden dürfen. Dazu zählen übrigens dieselben Themengebiete, die auch in der Bewerbung nicht genannt werden dürfen.

  • Fragen rund um die eigene Familie, Familienstand, Familienplanung, Schwangerschaft, sexuelle Neigungen oder Privatleben ganz allgemein
  • Fragen rund um die religiösen Interessen sowie die Konfession
  • Fragen rund um politisches Engagement und Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit

Vorstrafen sowie Vermögensverhältnisse dürfen auch nicht abgefragt werden, es sei denn sie sind jobrelevant. Schwierig wird es für einen Bewerber immer, wenn Fragen gestellt werden, die eigentlich laut dieser Liste aus dem Vorstellungsgespräch verbannt werden müssten. Dann stellt sich die Frage nach der „passenden“ Reaktion.

Was tun, wenn’s doch passiert?

Grundsätzlich dürfen Bewerber all die eingangs genannten Fragen beantworten, wenn sie dies möchten. Alternativ darf direkt, freundlich und professionell darauf hingewiesen werden, dass die Frage unzulässig ist. Wer es ablehnt eine Frage zu beantworten, muss sich sicher sein, dass die Frage keine Jobrelevanz hat und vor diesem Hintergrund nicht etwa ausnahmsweise erlaubt wäre. Im schlimmsten Fall weiß der Personalreferent auch nicht, dass die Frage auf dem Index steht.

Gnädig sein

… und das Gegenüber nicht unter Generalverdacht zu stellen, ist beim Vorstellungsgespräch angesagt, denn nur das wirkt professionell. Falls sich Index-Fragen allerdings häufen und es gar keine „erlaubten“ Fragen mehr gibt, sollten Sie dies auch deutlich kundtun. Es empfiehlt sich, das Gespräch höflichst zu beenden. Steht der Verdacht der Diskriminierung im Raum, ist es möglich eine Klage zu erwägen.

Zurück zum Foto: Ist es noch Standard in der Bewerbung?

Trotz aller Diskussionen ist das Bewerbungsfoto heute immer noch inoffizieller Standard bei deutschen Bewerbungen. Das heißt, dass hier kein Arbeitnehmer Reißaus nehmen wird, nur weil sie ein Foto mitgeschickt haben. Allerdings sollten Sie sich das bei einer Bewerbung in die USA nicht leisten. Hier gelten noch strengere Regeln mit Blick auf Antidiskriminierungsgesetze. Ein Bewerbungsfoto beizulegen wäre hier fatal. Auch bei Firmen, die Ihren Hauptsitz in den USA haben, sollten Bewerber überlegen, auf das Foto zu verzichten.

Bei Bewerbungsfotos an deutsche Unternehmen sollte je nach Betrieb und vor allem auch je nach Branche entschieden werden, welch Form des Bewerbungsfotos passend erscheint. Während in Industrie und Handwerk weniger „Wert“ auf die perfekte Fotokonzeption gelegt wird, sieht das im Medien- und Marketingbereich ganz anders aus.

Tipp

Der professionelle Fotograf sollte auf jeden Fall darüber informiert werden, in welcher Branche Sie sich bewerben. Nur so kann er auch ein passendes Bewerbungsfoto knipsen, das in punkto Bildkomposition, Format und Licht zur Branche passt.

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