Lücken im Lebenslauf – und was nun?

Lücken im LebenslaufSie stimmen sicherlich mit mir darüber ein, dass eine Lücke im Lebenslauf Ihrerseits liebend gerne vertuscht werden würde – dem Personalreferenten aber meist ins Auge sticht, als würde man sie mit einem roten Stift dick einkreisen. Warum das so ist? Weil viele Bewerber glauben, eine Lücke im Lebenslauf kaschieren zu können – und es dann noch viel schlimmer zu machen scheinen. Was Sie nicht tun sollten und welche „Lücken“ es überhaupt im Lebenslauf gibt, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Was sind Lücken im Lebenslauf?

Werfen wir einmal einen ersten Blick auf den Lebenslauf und in diesem Zusammenhang auch auf die Frage: Was sind eigentlich Lücken im Lebenslauf? Eine Lücke ist etwas, das sich zwischen zwei Stationen im Lebenslauf auftut – und zwar zeitlich betrachtet. Ein Beispiel ist: Sie schließen die Schule im Juni ab und beginnen ab September eine Ausbildung. Diese Lücken im Lebenslauf haben unendlich viele Menschen. Entsprechend problemlos ist diese Form von Lücke im Lebenslauf auch zu behandeln.

Lücken im Lebenslauf sind heute längst keine Seltenheit mehr. Mittlerweile lassen sich sogar schon Lücken-Gruppen definieren, die wir Ihnen hier einmal vorstellen möchten:

Die ungewollten Lücken im Lebenslauf

Die ungewollte Lücke ist die Lücke, die passiert, ohne dass Sie etwas dafür können. Das klassischste Beispiel für die ungewollte Lücke im Lebenslauf ist die Kündigung, die häufig als betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen wird. Wird Ihnen von heute auf morgen gekündigt wird – ohne etwas ausgefressen zu haben – haben Sie lediglich bis zum finalen Arbeitsende im Betrieb Zeit, sich eine neue Stelle zu suchen. Und das ist zu wenig. Ergo: Wer unerwartet die Kündigung erhält und sich dann aktiv und mit einer vollständigen Bewerbung um eine neue Stelle bemüht, die er binnen drei Monaten angetreten hat, ist die Lücke im Lebenslauf schnell erklärt. Zudem steht dann häufig im Zeugnis des Unternehmens ein klarer Verweis auf die betriebsbedingte Kündigung. Weniger kulant sind Personalreferenten im Übrigen bei Azubis. Klafft hier eine Lücke von einem Jahr, weil zum September keine Ausbildung begonnen werden konnte, dann wirft das häufig ein schlechtes Licht auf den Auszubildenden, denn dieser hätte schließlich schon im vorletzten Schuljahr mit der Lehrstellensuche beginnen sollen. Die Zwischenzeit verplempert zu haben – ohne Praktikum oder Nebenjob – bringt dem angehenden Azubi ein weiteres Minus ein.

Die bewussten, genutzten Lücken im Lebenslauf

Das Pendant zur ungewollten Lücke ist die bewusste oder gar genutzte Lücke im Lebenslauf. Einst war diese Form des Bruchs im Lebenslauf noch verpönt. Heute ist die einjährige Auszeit vor allem bei Abiturienten weit verbreitet. Nur die wenigsten verbringen die Lücke – also das Jahr zwischen Abitur und Ausbildung oder Studium – mit schlafen und faulenzen. Viel häufiger findet man junge Menschen, die ein Jahr lang reisen, fremde Kulturen kennenlernen oder sich ehrenamtlich engagieren. Wer die Auszeit nach der Schule sinnvoll gestaltet, der wird sich auch vor dem Personalreferenten nicht wegen etwaiger Lücken rechtfertigen müssen, sondern kann die Auszeit sogar unter „Zusatzqualifikation“ verbuchen.

Die bewussten Lücken im Berufsleben: das Sabbatical

Die bewusste Auszeit inmitten der Berufstätigkeit ist ein absoluter „Newcomer“ und wird als „Sabbatical“ bezeichnet. Dahinter verbirgt sich ein neues Arbeitszeitmodell, das den langfristigen Komplettausstieg von Mitarbeitern minimieren soll. In der Praxis sieht das so aus: Ein Arbeitnehmer meldet den Wunsch an ein Sabbatical zu nehmen. Eine rechtliche Verpflichtung seitens des Unternehmens gibt es nicht, wohl aber die Möglichkeit, an dieser Stelle in Gesprächen Möglichkeiten auszuloten. Wer beispielsweise eine einjährige Auszeit anstrebt, um in der Forschung tätig zu sein, sich neu zu orientieren oder sich der Familie zu widmen, wird von modernen Personalreferenten nicht zwingend auf die „Lücke“ im Lebenslauf angesprochen. Sie wissen, dass ein Sabbatical auch zunehmend häufiger als Präventionsmaßnahme mit Blick auf einen drohenden Blackout angesehen wird. Ob sich das allerdings besser im Lebenslauf macht, ist mitunter fragwürdig.

So sollten Sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen

Es gibt eine einfache Methode, wie Sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen sollten: Sie sollten sich eine gute Erklärung dafür parat legen, sodass der Personalreferent, der im Vorstellungsgespräch sicherlich danach fragen wir, zufriedengestellt wird, wenn er nach dem Warum fragt. Alternativ können Sie auch eine glaubhafte „Füllung“ vornehmen. Eine extra Schicht im gemeinnützigen Verein ist hier wertiger, als nichts getan zu haben.

Familien- oder Pflegezeit zu nehmen, ist heute keine Schwäche oder Lücke mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil in der Work-Life-Balance. Auch wer die Ausbildung oder den Studiengang wechselt oder selbst krank wird, muss sich nicht für seine Lücken im Lebenslauf verantworten. Versuchen Sie nicht etwaige Lücken damit zu kaschieren, indem Sie auf die Angabe der Monate im Lebenslauf verzichten. Das irritiert den Personalreferenten nur zusätzlich. Auch sogenannte Erfahrungsprofile, bei denen der Bewerber nur angibt, zwei, drei oder gar vier Jahre Erfahrung im jeweiligen Beruf zu haben, lassen den Personalreferenten schnell stutzen.

Wenn aus den Lücken Lügen werden

Wir haben Ihnen bereits eine klare Handlungsempfehlung ausgesprochen: Lücken sind erklärbar, Lügen sind indes ein Kündigungsgrund. Das heißt: Kommt Ihnen Ihr neuer Chef dahinter, dass Sie gar kein Jahr ehrenamtlich tätig waren, sondern ein Jahr in Saus‘ und Braus‘ gelebt haben, dann kann das zur fristlosen Kündigung führen. Beherzigen Sie vor diesem Hintergrund die folgenden Tipps:

  • Tarnen Sie einen Urlaub nicht als Bildungsreise, wenn das nicht der Realität entspricht.
  • Formulieren Sie die Suche nach einem neuen Job nicht als „Schärfung des Stärkenprofils“.
  • Fassen Sie Ihre Ziele in Worte, so dass Ihrem Gegenüber klar wird, warum Sie fünf Monate lang nach einer passenden Stelle gesucht haben (… weil Sie eine Stelle mit Personalverantwortung annehmen wollten …).

Fazit: Lücken im Lebenslauf sind kein K.O.-Kriterium

In diesem Beitrag haben wir Ihnen gezeigt: Die Lücke im Lebenslauf ist heute längst nicht mehr kampfentscheidend. Selbstverständlich ist es einfacher, wenn alle Stationen im Lebenslauf nahtlos ineinander übergehen – aber das Leben ist nicht immer einfach und so stellt die gekonnte Formulierung von Gründen für Lücken im Lebenslauf nur eine weitere Herausforderung im Kampf um die Stelle dar. Und wir verraten Ihnen etwas:

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