Die Online Bewerbung hat zwei Gesichter

online bewerbungSicherlich standen auch Sie schon einmal vor der Situation, dass ein Unternehmen Sie höflich dazu aufgefordert hat, Ihre Bewerbung per E-Mail einzureichen oder das Online-Bewerbungs-Formular zu benutzen. Umgangssprachlich werden genau diese beiden Varianten der Online Bewerbung häufig einen Topf geworfen, obgleich sie so gleich eigentlich gar nicht sind. Lesen Sie den folgenden Artikel aufmerksam durch und Sie erkennen die Unterschiede, Gegensätze, Vor- und Nachteile sowie die Herausforderung, die Sie nach unserem Coaching sicherlich stemmen können.

Online Bewerbung vs. E-Mail Bewerbung. Definition und Unterschiede

Im Rahmen dieser JobTrends-Studie wurde auch ein Blick auf die Beliebtheit der verschiedenen Bewerbungsvarianten gelenkt. Dabei kam Folgendes heraus:

  • 74 Prozent der Bewerbungen gehen per E-Mail ein.
  • 58 Prozent setzen auf eine Online Bewerbung.
  • 29 Prozent schicken die Bewerbungsunterlagen per Post.

Bereits durch diese Erhebung zeigt sich: E-Mail-Bewerbung und Online Bewerbung sind nicht dasselbe. Einen Überblick über Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Vor- und Nachteile gibt die folgende Tabelle:

  Online Bewerbung E-Mail-Bewerbung
Beschreibung Mit dem Begriff Online Bewerbung wird die Bewerbung über die Unternehmensseite bzw. das dortige Karriereportal bezeichnet. Dort erwarten Sie verschiedene Felder, die Sie entsprechend den Vorgaben ausfüllen müssen. Die E-Mail-Bewerbung ist das digitale Pendant zur postalischen Bewerbung. Sie fertigen alle Unterlagen in einem klassischen Textverarbeitungsprogramm an, scannen zusätzliche Dokumente wie etwa Zeugnisse und senden alle Unterlagen per E-Mail ans Unternehmen.
Gemeinsamkeiten Gemein haben beide Bewerbungsvarianten die Tatsache, dass kein physisch vorhandenes Papier mehr benötigt wird, um die Bewerbung zum Betrieb zu bringen. Infolgedessen wird auch die Bewerbungsmappe überflüssig und das Porto für den Versand entfällt.
Unterschiede Das Ausfüllen der Felder im Karriereportal des Unternehmens ist auf die Bedürfnisse des Betriebs zugeschnitten und sorgt hier ganz automatisch für eine Standardisierung der Bewerbungsunterlagen, die das Bewerbungsverfahren sehr effizient macht. Lediglich die Poststelle wird hier entlastet, allerdings zu Lasten der Serverlandschaft und des Datenvolumens, denn: Die E-Mail-Bewerbung bedeutet auch, dass wahre Datenmassen transferiert werden.
Vorteile für Bewerber Der wohl größte Vorteil, den Bewerber bei der Online Bewerbung haben, ist die Tatsache, dass das Karriereportal die Bewerbung genau dort hinbringt, wo sie hin soll. Ein Umweg über unpersönliche E-Mail-Adressen oder gar Poststellen entfällt. Aus den klassischen Bewerbungsunterlagen lassen sich im Handumdrehen Bewerbungsunterlagen machen, die per E-Mail verschickt werden können. Dazu werden einfach die Daten in einem Dokument zusammengefasst und im pdf-Format abgespeichert. Wer dies nicht kann, geht mit der gedruckten Variante zu einem Copy-Shop und lässt sich die Unterlagen einscannen und mit Blick auf die Datenmengen optimieren.
Vorteile für Unternehmen Der Betrieb legt die Matrix an, in der die Bewerber ihre Daten eintragen. Damit fragt das Unternehmen genau die Fakten ab, die für die Besetzung von Stellen relevant sind. Da das Karriereportal nicht nur der Transfer von Bewerbungsunterlagen ist, sondern auch den Pool von Initiativbewerbungen umfasst, hat der Betrieb hier große Vorteile und eine kleine Bewerberdatenbank. Die Post- und Papierberge werden geringer, dafür kann (stellenabhängig) der E-Mail-Account schon mal explodieren. Schnell ist auch der Weitertransport. Ein Praxisbeispiel: Die E-Mail-Bewerbung trifft beim Personalreferenten auf, der diese vorsondiert und an den entsprechenden Abteilungsleiter weiterschickt, ohne die interne Hauspost damit zu bemühen.
Nachteile für Bewerber Das Befüllen der vom Unternehmen angegebenen Felder ist nicht so leicht, wie es klingt, denn dahinter steckt ein Programm, das an eine Datenbank geknüpft ist. Dieses Programm kann verhindern, dass ein Bewerber weiter blättern kann, weil ein Feld nicht ausgefüllt wurde. Auch gibt es für das Hochladen von Daten keine einheitlichen Richtlinien, so dass ein Bewerber, der mehrere Online Bewerbungen verschickt, im schlimmsten Fall die Anlagen jedes Mal umgruppieren muss. Ein Praxisbeispiel: Während Betrieb A das Bewerbungsfoto extra möchte, wünscht sich Betrieb B das Foto beim Lebenslauf. Betrieb A möchte Zeugnisse und Zertifikate getrennt voneinander haben, Betrieb B möchte diese in einem Upload. Wer seine Bewerbung an die info@…-Adresse schickt, läuft Gefahr, dass Sie im Nirwana verläuft, weil sie vielleicht nicht zugeordnet werden kann. Die Lösung für dieses Problem ist die Recherche des exakten Ansprechpartners samt E-Mail-Adresse. Nur ungern rücken Betriebe diese Daten heraus.
Nachteile für Unternehmen Die technische Hemmschwelle ist hoch und viele werfen auf dem Weg durch den Update-Dschungel schon mal das Handtuch. So verspielen sich Betriebe die Chance, Bewerbungen von Fachkräften zu bekommen, die es vielleicht bei der Konkurrenz weniger schwer haben, sich zu bewerben. Das Datenvolumen ist enorm und belastet die Server-Landschaft von Betrieben. Kommt es zum Gespräch, wird die Bewerbung häufig doch ausgedruckt, um sie beim Vorstellungsgespräch vor Augen zu haben.

Nachgefragt: Wofür plädiert der Personalreferent?

„Für mich ist das eine Frage der Stelle und der Bewerbungsform.

Wenn ich einen Aushilfs- oder Nebenjob ausgeschrieben habe, dann bitte ich die Bewerber um eine Kurzbewerbung. Dabei gebe ich der E-Mail-Bewerbung in jedem Fall den Vortritt, denn es ist unwahrscheinlich, dass sich ein Bewerber für einen Aushilfsjob durch das ganze Online-Portal klickt.

Eine Initiativbewerbung würde ich in jedem Fall immer als Online Bewerbung einstellen, denn so optimiere ich die Reichweite maximal. Wird eine Initiativbewerbung als E-Mail eingereicht, bin ich (als Bewerber) davon abhängig, dass sich irgendein Mensch die Arbeit macht und die Bewerbung an die Stellen verteilt, wo der Bewerber vielleicht gut aufgehoben wäre. Wenn die Initiativbewerbung nicht gerade beim Personalreferenten landet, ist die Wahrscheinlich in die richtige Abteilung manövriert zu werden, sehr gering. Wird die Initiativbewerbung zur Online Bewerbung habe ich die Chance für Stellen berücksichtigt zu werden, bevor diese offiziell ausgeschrieben werden. Das macht in jedem Fall mehr Sinn.

Meistens allerdings haben die Bewerber gar keine Wahl, sondern bekommen vorgeschrieben, wie Sie sich zu bewerben haben. Nur selten bietet ein Unternehmen die Option, eine E-Mail zu schicken, obgleich der Betrieb ein eigenes Karriereportal pflegt. Grundsätzlich empfehle ich aber immer und ausnahmslos: Liebe Bewerber, erfüllt den Betrieben ihren Wunsch und bewerbt euch so, wie sie es sich in der Stellenanzeige wünschen.“

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