Trendreport: Stellenmarkt und Stellenangebote 2.0

Sie sind auf der Suche nach einer neuen, beruflichen Herausforderung und wissen nicht, welche Wege Sie heute dorthin führen können? Wir verraten Ihnen eins: Die Möglichkeiten, heute ein Stellenangebote zu finden sind vielfältiger denn je. Sie müssen nur wissen, wo Sie nach Stellen suchen müssen und wie Sie mit dem jeweiligen Anzeigenmedium umgehen sollen. Ein Bewerbungscoach verrät Ihnen im Interview, worauf Sie achten müssen.

Ein Bewerbungscoach im Interview

Stellenangebote 2.0 sind unser Thema. Recherchen zu dem Thema scheinen gefühlt ins Endlose zu fühlen. Ist es denn heute wirklich so, dass ein Stellenangebot „überall“ gefunden werden kann?

Bewerbungscoach: Ganz so drastisch ist es sicherlich nicht. Natürlich gibt es nicht „überall“ Stellen, wohl aber hat sich Bandbreite an Möglichkeiten, wo und wie Firmen heute auf Bewerberfang gehen massiv vergrößert. Wahrscheinlich können unser aller Großeltern oder gar Eltern noch davon berichten, wie sie – auf der Suche nach einer Arbeitsstelle – einfach mal beim Betrieb in der Nachbarschaft nach einer freien Stelle gefragt haben. Diese Quelle ist heute versiegt. Auch ist es gar nicht mehr nötig, direkt um die Ecke zu arbeiten, haben sich doch die Möglichkeiten, mobil zu sein, auch extrem verbessert.

Und wie dann heute der übliche Weg zur Stelle?

Bewerbungscoach: Es gibt da immer zwei Kanäle, die es grundsätzlich zu unterscheiden gilt. Wer beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet ist, bekommt natürlich hierüber Vorschläge und muss auch Eigeninitiative ergreifen und zumindest in der Angebotsliste der Arbeitsagentur nach passenden Angeboten wühlen. Wer sich hingegen in ungekündigter Stellung befindet, der kann im Grunde machen was er möchte – und suchen, wo er möchte. Natürlich ist es möglich, auch hier die Jobbörse der Arbeitsagentur zu kontaktieren. Doch davon berichten meine Klienten nur selten. Je nachdem, was sie suchen, haben sich fast schon spezielle Vorlieben und Such-Kanäle erschlossen.

Du wirst also wo du suchst oder so ähnlich?

Bewerbungscoach: Ein wenig stimmt das sicherlich. Massiv zurückgegangen ist beispielsweise die Suche über Printmedien. Kaum ein Betrieb schaltet mehr eine teure Anzeige, die in der Tageszeitung genau einen Tag ins Blickfeld potentieller Bewerber rückt. Wer hier eine Anzeige schaltet, bucht in jedem Fall die Online-Ausgabe dazu, sodass auch nachdem die Zeitung im Altpapier gelandet ist, potentielle Interessenten die Anzeige im Online-Auftritt der Zeitung finden können.

Gibt es denn ein typisches Klientel für Zeitungsanzeigen?

Bewerbungscoach: Saisonjobs werden häufig über die Zeitung ausgeschrieben. Der Grund dafür ist recht einfach, denn da das Unternehmen nur für einen kurzen Zeitraum Mitarbeiter braucht, sollen so genau diejenigen angesprochen werden, die im Verbreitungsgebiet der Zeitung und im Einzugsgebiet der Firma wohnen. Auch typische „Handarbeitsjobs“ werden über die Zeitung gesucht. Und damit meine ich jetzt nicht, dass jemand für Geld Häkeln oder Stricken soll, sondern, dass jemand mit seinen Händen arbeitet. Das kann die Fleischereifachverkäuferin ebenso sein wie der Zimmerer oder die Friseurin. In diesem Bereich kommen Betriebe mit Zeitungswerbung noch an. So bringen sie ihre Stellenangebote an den Markt.

Und wie ist der Online-Markt einzuschätzen?

Bewerbungscoach: Ohne online geht es heute nicht mehr, denn diese Stellenangebote können grenzübergreifend abgerufen werden und sind damit auf keinen Fall so beschränkt wie etwa Zeitungsanzeigen. Stellenangebote online zu finden ist heute auf die vielfältigste Art und Weise möglich. Wer über die bekanntesten Stellenportale sucht, wird dort mit einer sehr einprägsamen Benutzerführung begrüßt. Das heißt, es muss der Beruf und der Ort sowie der Aktionsradius um diesen Ort angegeben werden und schon liefern die einschlägigen Portale Stellenangebote aus mehreren Seiten. Praktischerweise geht es hier häufig direkt weiter, denn: Bei größeren Firmen gibt es einen Button, der zum Online Karriereportal linkt, auf dem die Online Bewerbung direkt hochgeladen und abgeschickt werden kann. Alternativ gibt es zumindest eine praktisch verlinkte E-Mail-Adresse, die die Bewerbung direkt zum Personalreferenten katapultieren könnte.

Gibt es denn auch hier ein eingeschränktes Klientel, welches diesen Bereich zur Stellenangebote Suche nutzt?

Bewerbungscoach: Nein, ein Klientel könnte ich hier kaum benennen, denn online ist heute eigentlich jeder. Führungskräfte werden diese Option tendenziell weniger nutzen.

Warum denn das?

Bewerbungscoach: Stellenangebote für Führungskräfte zu finden, gleicht einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen, denn: Stellenangebote für Führungskräfte werden heute nur noch selten als solche ausgeschrieben und wenn sie ausgeschrieben werden, sind sie meist schon vergeben und mussten nur aus betriebsratstechnischen Gründen offiziell gemacht werden.

Und wie kommt es dann zum Stellenwechsel bei Führungskräften?

Bewerbungscoach: Führungskräfte netzwerken am stärksten. Das heißt, sie bauen sich – meist über Xing und LinkedIn – ein Netzwerk auf, in dem sie als Professional gelten. Nicht selten werden sie dann direkt angesprochen, wenn ein Netzwerk-Kontakt auf der Suche nach eben dieser Profession ist. Oder sie sprechen ihrerseits ihre Kontakte an, wenn sie sich beruflich verändern wollen.

Mit Blick auf diese Ausführungen wird auch klar, warum es den Anschein hat, dass heute „überall“ Stellen zu haben sind.

Bewerbungscoach: Wie eingangs gesagt: Überall gibt es sicherlich keine Stellen, aber die Berufe sind heute so unterschiedlich, dass es eigentlich eine ganz normale Entwicklung ist, dass unterschiedliche Zielgruppen verschiedene Medien und Kanäle für sich entdeckt haben. Diejenigen, die nach Stellenangeboten suchen, sollten sich aber nicht von der Fülle an Möglichkeiten verrückt machen lassen. Natürlich ist es schwer DEN passenden Kanal zu finden, aber es ist auch durchaus machbar.

Gibt es dafür einen Profi-Tipp?

Bewerbungscoach: Ich würde mir eine Woche Zeit geben, um die Portale zu vergleichen. Wichtig ist, herauszufinden, wo am meisten Stellenangebote der gewünschten Branche eingestellt werden. Darauf würde ich mich dann fokussieren. Zudem ist es sicherlich sinnvoll, nachzusehen, ob es ein Branchenportal gibt, auf dem noch gezieltere Stellenangebote zu finden sind, die auch wertig und aktuell eingestellt werden. Und natürlich ist es eine Option, direkt bei den Global Playern der Branche auf der Homepage nach freien Stellen zu suchen. Um diese Arbeit einmal machen zu müssen und nicht jede Woche wieder, empfiehlt es sich an diese Adressen Initiativbewerbungen zu schicken. So wandern Bewerbern meist direkt in den Bewerberpool und würden ohnehin kontaktiert, wenn Sie eine hohe Passgenauigkeit zur ausgeschriebenen Stelle hätte.

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