Tipps zur Bekleidungswahl beim Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch BekleidungWir sind uns wohl einig darüber, dass das wohl Dümmste, was ein Bewerber mit Blick auf die Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch tun kann, das ist: (1) sich zu verstellen oder (2) absolut schlampig gekleidet beim Unternehmen vorstellig zu werden. Um Sie vor etwaigen Styling-Fauxpas beim Bewerbungsgespräch zu bewahren, haben wir für Sie Styling-Berater befragt. Deren beste Tipps zur Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

 

Die Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch muss zur Branche passen

Styling-Experten, die mit Blick auf die Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch um Rat gefragt werden, unterscheiden ganz grundsätzlich in zwei Outfittypen:

  1. Diejenigen, die sich für einen Beruf im kaufmännischen Bereich und im Büro bewerben, sollten ein sogenanntes repräsentatives Outfit wählen. Hosenanzüge, Kostüme, Blusen, Hemden und Blazer stellen hier den Dresscode dar. Für die Herren gilt Krawattenpflicht.
  2. Diejenigen, die sich für einen Beruf im Sozialwesen oder im Handwerk interessieren, dürfen auch im Vorstellungsgespräch gerne ein praktisches Outfit wählen. Für die Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch gilt hier die Devise: Das Outfit muss ordentlich und funktional sein. Es darf keinen Schmutz und keine Löcher aufweisen. Allerdings sind eine Jeans und ein legeres Hemd in diesem Bereich durchaus erlaubt.

Kleidungswahl im Vorstellungsgespräch. So wirken die unterschiedlichen Farben

Nicht nur die Art der Kleidung ist einen kurzen Gedanken wert, sondern auch die Farbe des Outfits. Die Farbe des Outfits hat eine deutliche Signalwirkung, die von Bewerbern häufig verkannt wird. Schade, wenn durch den falschen Farbton im Outfit die Sympathie eingeschränkt wird und das Gegenüber Mühe hat, sich auf das Gespräch mit dem Bewerber zu konzentrieren.

Grundsätzlich gilt diese Regel: Farben, die zum Bewerber passen, ergeben ein harmonisches Bild. Das Resultat: Der Bewerber wird als kompetent, dynamisch und klar wahrgenommen. Wird zum falschen, unpassenden Farbton gegriffen, scheint es als würde dieser Fauxpas jeden Makel doppelt betonen.

Was die Farbtöne bedeuten, zeigt ein Blick in diese Tabelle:

Die Farbe Die Wirkung Der Einsatzbereich
Schwarz Schwarz kann distanziert, kühl und abweisend wirken. Häufig werden diesen Menschen mangelnde Anpassungsfähigkeit und schlechte kommunikative Fähigkeiten nachgesagt. Schwarz ist der Klassiker in vielen Berufen, es scheint als sichere Wahl wahrgenommen zu werden.
Grau, Blau Offenheit, Kommunikationsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit versprühen diese Farben, die in der Regel Ton in Ton getragen oder zu einer weiteren Farbe im selben Ton kombiniert werden. Der kaufmännische Bereich erstrahlt in Grau und Blau. Damit wird auch eine Abkehr vom schwarzen Klassiker deutlich. Blau in Kombination mit Weiß oder Pastellfarben funktioniert ebenso wie Grau als Grundfarbe, die kombiniert wird.
Rot, Pink Wer Signalfarben wie rot, pink oder andere leuchtende Farbtöne zu einem sonst sehr schlichten Outfit kombiniert, wirkt dominant. Wenn der Gesprächspartner diese Farben trägt, ist das passend. Der Bewerber sollte diese optischen Störer meiden. Die angesprochene Farbkombination ist im Übrigen nicht komplett aus dem Schrank des Business Outfits zu verbannen. Steht eine Präsentation an, kann es durchaus hilfreich sein, sich mit Kontrasten in Szenen zu setzen.

 

Persönlichkeit nicht mit Schlampigkeit verwechseln

In kreativen Berufen, aber auch im Sozialwesen ist das Outfit häufig ein Zeichen der eigenen Persönlichkeit. Diese zu präsentieren, ist möglich, üblich und sogar erwünscht, aber eben mit Maß und Ziel. Piercings und Tattoos gelten längst nicht mehr als No-Go bei der Kleidungswahl im Vorstellungsgespräch. Allerdings gilt auch: Je biederer oder seriöser die Branche und je stärker der Kundenkontakt ist, desto eher setzen Unternehmen auch auf ein angepasstes Outfit.

Wer sich indes als Streetworker, Heilerziehungspfleger, Erzieher oder Handwerker bewirbt, darf den legeren Look tragen. Dennoch gilt: Flecken und Löcher in der Kleidung sind tabu und ein klares Ausschlusskriterium. Auch ungewaschene Haare, Körpergeruch und schmutzige Hände fallen in die Rubrik „ungepflegt“ und werden auch in noch so legeren Berufen zur Absage führen.

Outfit und Styling ergeben ein Gesamtbild

Wie im realen Leben fernab vom Bewerbungsmarathon gilt auch bei der Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch: Outfit und Styling müssen zusammenpassen. Das heißt, dass ein schniekes Styling nicht durch Papageien-Schminke verschandelt werden darf. Auch ein schlichtes Outfit sollte nicht mit blau-grünem Lidschatten kombiniert werden. Diese Tipps gibt’s vom Stylisten in punkto Kosmetik:

Make-Up, Lidschatten und Co

Erdtöne stehen den meisten Menschen und eignen sich prima, um ein dezentes Make Up zu betonen. Tipp: Wer Brillenträger ist, muss darauf achten, dass der Lidschatten auch zum Gestell passt. Besonders moderne Brillen, die sehr große Brillengläser haben, legen viel Augenfläche frei. Hier gilt es im Vorfeld abzusehen, ob die Farbwirkung durch die Brille gedämmt oder verstärkt wird.

Frisur und Bart

Während sich die Frauen die Frage stellen, ob ein Pferdeschwanz oder offen getragenes Haar wohl passender ist, haben Männer ihre liebe Not mit dem Bart. Für beide gibt es entsprechende Tipps: Frauen, die streng wirken möchten, sollten einen Pferdeschwanz tragen. Das eignet sich besonders bei der Bewerbung um eine Führungsstelle. Wer eher freundlich erscheinen will, sollte das Haar offen oder halb-offen tragen. Zum Bart der Männer gilt: Wer Bartträger ist, sollte diesen stutzen und pflegen. Dieser Bart bleibt natürlich dran. Ein verwegener Drei-Tage-Bart kommt indes nicht so gut an.

Schmuck und Accessoires

Schmuck und Accessoires sind natürlich erlaubt. Frauen sollten bei der Wahl der Ohrringe auf die Größe achten. Zu große Exemplare wirken schnell unecht und erinnern an ein Modepüppchen, dem man nicht allzu viel zutraut. Männer mit Ohrring sind längst keine Besonderheit mehr und können gut und gerne an ihrem Ohrschmuck festhalten. Die Uhr am Handgelenk ist ebenso kein Problem, Ringe auch nicht. Im schlimmsten Fall steht in den Verträgen dann, dass Schmuck (beispielsweise in Chemiebetrieben oder in Pflegeeinrichtungen) während der Arbeit nicht getragen werden darf. Im Vorstellungsgespräch komplettieren Schmuck und Accessoires natürlich den Look.

Gleiches Recht für alle

Bei der Kleidungswahl im Vorstellungsgespräch gilt branchenweit ein ähnlicher Dresscode. Das heißt, dass der Privatkundenbetreuer, der die Bank wechseln möchte, ebenso wie der angehende Bank-Azubi in Anzug und Krawatte erscheinen muss. Die feinen Nuancen, die ein Mitarbeiter-Outfit von dem eines Chef-Outfits unterscheiden, sind übrigens eher die Marken, die gewählt werden. Je höher die Karriereleiter bereits erklommen wurde, desto häufiger werden Markenoutfits getragen.