Anschreiben RechtsanwaltWenn auch Sie bei dem Gedanken an die Bewerbung und das bevorstehende Anschreiben Mutlosigkeit und Verzweiflung verspüren, dann ergeht es Ihnen wie den meisten Ihrer Mitstreiter!  Sie wissen nicht wie Sie bei der Bewerbung am sinnvollsten vorgehen sollten? Verleihen Sie Ihrem Anschreiben eine gewisse Struktur und achten Sie bei der Ausformulierung auf einige Details, somit können Sie typische Anfängerfehler vermeiden.

Wir zeigen Ihnen auf welche Besonderheiten bei dem einem Bewerbungsschreiben beachten sollten und wie Sie mit wenig Aufwand ein perfektes Schreiben erstellen!. 

Achtung, Rechtschreibung!

Die Tätigkeit der Rechtsanwaltsfachangestellten bedarf großer Sorgfalt, Organisationsgeschick und Verschwiegenheit. Ein Anschreiben gefüllt mit Leichtsinnsfehlern oder Rechtschreibfehlern sorgt eher dafür, dass der Personalverantwortliche der Kanzlei Ihrer Wahl Ihre Bewerbung prompt aussortieren wird. Daher achten Sie besonders darauf, die Rechtschreibregeln oder auch Grammatik zu befolgen und lassen Sie eventuell Ihre Familie oder Freunde Korrektur lesen. Sie müssen bereits im Bewerbungsanschreiben glänzen, da sich hier Ihnen die Chance bietet Ihren möglichen zukünftigen Arbeitgeber zu überzeugen“)

Neben der Rechtschreibung sollte man darüber hinaus auch auf ein vernünftiges Layout Wert legen. Die am häufigsten auftretenden Schwierigkeiten, mit denen sich Bewerber rumschlagen, haben wir für Sie zusammengefasst. Mit unserer Hilfe werden Sie lernen, mit diesen Problemen souverän umzugehen und somit Ihre Chancen auf den Erhalt der angestrebten Ausbildung enorm steigern!

Problem Nr. 1: Die richtige Anrede und eine passende Einleitung

Grundsätzlich gilt:

Standardanreden wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirken alles andere als persönlich und sprechen den Rechtsanwalt, der Ihr Schreiben liest, nicht an. Vermeiden Sie diesen Fehler. Informieren Sie sich über den Namen des Personalers, sowie die korrekte Schreibweise. Falls dieser nicht in der Beschreibung der ausgeschriebenen Stelle angegeben ist oder Sie sich eventuell initiativ um eine Ausbildung bewerben möchten, versuchen Sie sich  auf der Website der Firma bzw. der Kanzlei zu erkundigen. Sollten Sie trotz aller Bemühungen nicht fündig werden, scheuen Sie nicht zum Telefonhörer zu greifen. Bereits nach wenigen Minuten des Telefongesprächs haben Sie den nötigen Namen des zuständigen Rechtsanwaltes erfahren und hinterlassen dabei auch noch einen guten Eindruck.

Denn:

Sie zeigen sich interessiert und sehr engagiert. Und das schätzen alle Arbeitgeber!

Das Prinzip mit der persönlichen Ansprache haben wir geklärt und den benötigten Namen haben wir auch in Erfahrung gebracht. Doch wie spricht man einen Rechtsanwalt richtig an? Reicht da nur

„Sehr geehrter Herr XY“

oder bedarf es etwas mehr?

JA, Sie brauchen eindeutig mehr:

Steht der Beruf Ihres Adressaten in einem Zusammenhang mit einem Titel, so wäre es durchaus angebracht diesen Titel im Schreiben zu erwähnen. Das heißt, sprechen Sie den Leser mit

„Herr Rechtsanwalt XY“ oder „Frau Dr. Rechtsanwältin XY“

an. So eine Begrüßung ist nicht nur angebracht, sondern zeugt auch von Höflichkeit und Respekt. Hiermit ernten Sie bestimmt ein paar Pluspunkte mehr.

Wie wir oben bereits erwähnt haben,  kann man Fehlentscheidungen in einem Anschreiben nicht nur bei der Auswahl einer unpassenden Anrede treffen. Sie sollten auch der Einleitung Ihre besondere Aufmerksamkeit schenken.

Hier ist der Grund:

Die klassische Einleitung

„…hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle des…“

kann mittlerweile kein Personaler mehr sehen. Bereits nach dem ersten Satz verfliegt ihm die ganze Lust weiterzulesen. Neben den fachlichen Qualifikationen ist auch die Kreativität gefragt. Nur so können Sie sich von der Masse aller Bewerber abheben und den gewünschten Ausbildungsplatz als Rechtsanwaltsfachangestellte bekommen.

Verwenden Sie eine geistreiche und außergewöhnliche Einführung, die Sie auffallen lässt. So bleiben Sie garantiert in Erinnerung!

So könnten Sie sich von Ihren Mitstreitern unterscheiden:

„Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt xx,

ich würde Ihr hervorragendes Team nur allzu gern mit einem zuverlässigen, belastbaren und verschwiegenen Kollegen ergänzen und somit einen Beitrag zum Erfolg Ihrer aufstrebenden Kanzlei leisten. Sie werden daran nur gewinnen, wenn Sie mich in Ihrer Anwaltskanzlei eine Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten absolvieren lassen.“

Diese Formulierung mag Ihnen vielleicht zu unverschämt oder zu extrem erscheinen, jedoch zeugt sie von Mut und Einzigartigkeit. Haben Sie keine Angst, aus der Reihe zu tanzen.

Falls Sie sich mit dieser Variante jedoch gar nicht anfreunden können, liegt Ihnen die nachfolgende Fassung vielleicht etwas näher am Herzen:

„Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin xx,

auf diversen Jobmessen habe ich mich über das Berufsbild der Rechtsanwaltsfachangestellten aufklären lassen. Die Perspektive, einen Rechtsanwalt dabei unterstützen zu können, die Rechte und Interessen von anderen Menschen zu vertreten, hat mich schon immer fasziniert und angezogen. Und als ich Ihre Stellenausschreibung gelesen und mich über Ihre Kanzlei informiert habe, wusste ich sofort: Das passt!“

Unabhängig davon, für welchen Einstieg Sie sich entscheiden, vergessen Sie bloß nicht:

Finger weg von Floskeln und Banalitäten! Seien Sie vorsichtig bei der Benutzung von Vorlagen und diversen Mustern, die man heute ganz einfach im Internet finden kann. Wer weiß, wie viel der anderen Bewerber die gleiche Vorlage schon verwendet haben? Lassen Sie sich etwas neues, frisches einfallen und haben Sie Mut zur leichten Extravaganz.

Problem Nr. 2: Unsicherheit bei der Selbstpräsentation

Die wichtigste Aufgabe einer jeden Bewerbung ist es, den Bewerber zu vermarkten und erfolgreich an den Mann, besser gesagt an den Anwalt zu bringen.

Diese Aussage klingt zwar komisch, doch genau das sollte Ihre Bewerbung erfüllen:

den Personaler von Ihrer Person überzeugen und Sie an die gewünschte Ausbildung bringen! Und das erreichen Sie nur, wenn Sie sich in Ihrem Anschreiben und Ihrer gesamten Bewerbung angemessen und von der besten Seite präsentieren und sich somit die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sichern.

Das Problem vieler Bewerber ist:

Sie meinen, eine Selbstpräsentation beginnt erst in dem persönlichen Gespräch zwischen dem zukünftigen Arbeitgeber und dem Bewerber. Jedoch ist dies nicht ganz korrekt. Die Selbstvermarktung läuft bereits in der Bewerbung an. Im Lebenslauf und vor allem besonders wichtig: in Ihrem Bewerbungsanschreiben.

Denn:

Das Anschreiben verleiht Ihnen die einzigartige Möglichkeit, den Rechtsanwalt Ihrer Wunschkanzlei direkt anzusprechen und im Rahmen Ihrer Bewerbung mit ihm zu kommunizieren und ihm bewusst werden zu lassen, dass genau Sie die beste Wahl für die ausgeschriebene Ausbildung sind.

Doch Sie wissen nicht, wie Sie sich angebracht und zugleich erfolgversprechend darbieten? Was, wenn wir Ihnen sagen, dass dies gar nicht so kompliziert ist?

Wir nennen Ihnen ein paar Tipps, wie Sie ganz easy eine gelungene Selbstpräsentation in Ihrer Bewerbung erstellen:

Punkt eins, worauf Sie achten sollten, wäre es, einen möglichst großen Zusammenhang zwischen den Anforderungen der Stellenbeschreibung und Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten herzustellen. Der Adressat muss das leise Gefühl bekommen, Sie seien der perfekte Kandidat bzw. die perfekte Kandidatin für diese Ausbildung! Also seien Sie nicht scheu und nennen Sie alle Ihre Fertigkeiten wie beispielsweise eine rasche Auffassungsgabe, gute Kenntnisse im Umgang mit Computer und MS Office Programmen und möglichst viele weitere Stärken.

Jedoch Achtung:

Bitte kommen Sie nicht in die Versuchung, Übertreibungen oder gar Lügen in Ihrem Anschreiben oder Lebenslauf zu verwenden! Alles, was Sie in dem Bewerbungsschreiben aufführen, sollten Sie später im Gespräch weitgehend aufklären bzw. vertiefen können.

Sie sind Schulabgänger, der seine berufliche Laufbahn erst mit dem Absolvieren einer Ausbildung beginnen möchte und noch keine Berufserfahrung aufweisen kann. Entsprechend sollten Sie dies mit Verweisen auf etwaige Erfolge aus möglichen Praktika oder Jobs wettmachen, die eventuell Ihren Einsatz und das große Interesse betonen. Oder Sie können mit sozialen oder gemeinschaftlichen Engagements glänzen. Zeigen Sie keine falsche Bescheidenheit und schreiben Sie alles nieder.

Seit bereits längerer Zeit ist bekannt, dass die Verwendung von solchen Konjunktiven wie könnte, hätte und wäre ein klares Anzeichen von Unsicherheit darstellt. Diese verschrecken alle potenziellen Arbeitgeber. Ihre Bewerbung sollte ganz klar aussagen, dass Sie die bzw. der Richtige für diese Ausbildung zur bzw. zum Rechtsanwaltsfachangestellten sind.

Vergessen Sie Ihre Soft Skills nicht! Ihren möglichen neuen Arbeitgeber interessieren nicht nur Ihre Erfolge in der Schule, Abschlüsse oder mögliche praktische Erfahrungen, sondern auch Ihre sozialen Stärken und Fertigkeiten. Zeigen Sie auf, dass Sie teamfähig, organisiert und belastbar sind. Am besten Sie hinterlegen dies mit kurzen Beispielen aus Ihrem Leben, um die Selbstdarstellung so natürlich und wirklichkeitsnah zu gestalten.

Zum Beispiel:

  • Teamfähig sind Sie, weil Sie jahrelang einen Mannschaftssport ausgeübt haben.
  • Organisiert sind Sie, weil Sie die Planung und Organisation von Schulfesten oder ähnlichem mitgestaltet haben.
  • Verantwortlich waren Sie dabei für die Einhaltung und Überwachung aller Termine. Das spricht für Ihre Sorgfalt und für Ihr Verantwortungsgefühl.

Außerdem haben Sie gleichzeitig Ihre schulischen Pflichten, die Verbindlichkeiten aus dem Sportverein und den Nebenjob bestens unter einen Hut gebracht. Dies zeugt unter anderem von Ihrer Belastbarkeit.

Problem Nr. 3: Struktur und die formale Gestaltung

Es hilft alles nichts, wenn die Bewerbung inhaltlich super aufgestellt ist, die formale Gestaltung dagegen jedoch nicht überzeugt. Denn sollte der erste Blick auf Ihre Unterlagen den verantwortlichen Anwalt nicht zufriedenstellen, sinken die Chancen, dass Ihre Bewerbung genauer angeschaut wird.

Hier finden Sie ein Gerüst, das Ihnen dabei helfen soll, Ihre Bewerbung zu strukturieren:

  • Ihre Kontaktdaten: Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Kontaktdaten komplett und richtig aufgeführt sind.
  • Der Briefkopf: Neben der korrekten Anschrift der Kanzlei ist bereits hier der verantwortliche Rechtsanwalt als Adressat zu erwähnen.
  • Die Betreffzeile: Vergessen Sie bitte nicht, dass Ihr Bewerbungsanschreiben kein Brief ist!

Nach dem Briefkopf sollte eine Überschrift folgen:

„Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Rechtsanwaltsfachangestellte bzw. Rechtsanwaltsfachangestellter“

  • Die Anrede: Die Wichtigkeit der persönlichen Ansprache haben wir oben bereits ausführlich besprochen. Geben Sie hier Acht auf den möglichen Titel des Adressaten und die richtige Berufsbezeichnung.
  • Der Hauptteil: Auf strukturierte Bewerbungen legen die meisten Personaler besonderen Wert. Arbeiten Sie mit drei  bis vier Textabschnitten und grenzen Sie somit die einzelnen Gebiete voneinander ab. Das verleiht Ihrem Schreiben eine schöne klare Struktur und sorgt für eine leichte Lesbarkeit.
  • Der erste Abschnitt: An erster Stelle nach der Ansprache kommt der Einstieg in Ihr Bewerbungsschreiben. Setzten Sie auf Auffälligkeit und beweisen Sie Mut und Kreativität bei der Ausformulierung.
  • Der zweite Abschnitt: Bewerbung kommt von Eigenwerbung! Hier sollte Ihre Selbstpräsentation aller relevanten und wichtigen Kenntnisse und Fähigkeiten ihren Platz finden. Führen Sie aus, was Sie zu der bzw. dem perfekten Auszubildenden macht.
  • Der dritte Abschnitt: Im letzten Absatz Ihres Kernstücks sollten Sie den Mehrwert für den Arbeitgeber aufführen. Hier sollten Sie darlegen, wie Sie und das Unternehmen bzw. die Anwaltskanzlei, bei der Sie sich bewerben, zu einander passen. Eventuell bietet Ihnen die Homepage einige Anreize für die richtige Ausformulierung. Womöglich gefällt Ihnen die Firmenphilosophie oder der besondere Einsatz der Kanzlei für die Rechte von Menschen in Not oder dergleichen besonders gut.
  • Der Schlussteil: In dieser Passage dürfen und sollten Sie auch Ihre Erwartungen hinsichtlich eines persönlichen Vorstellungsgespräches und der raschen Antwort seitens der Anwaltskanzlei ausdrücken. Auch hier gibt es mehrere Varianten, wie Sie vorgehen könnten:

„Über eine positive Rückmeldung und die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen.“

Diese Variante zählt zu den Klassikern. Oder Sie gehen leicht in die Offensive:

„Einer baldigen positiven Rückmeldung Ihrerseits sehe ich mit freudiger Erwartung entgegen und hoffe, weitere Details und eventuell offen gebliebene Fragen im persönlichen Vorstellungsgespräch klären zu können.“

Nun versehen Sie Ihr Schreiben noch mit dem traditionellen Gruß:

„Mit freundlichen Grüßen“

Und vergessen Sie nicht, das Ganze abschließend zu unterschreiben!

Zu guter Letzt sollten Sie, falls Sie Ihre Bewerbung online per Mail versenden, Folgendes beachten:

Verschicken Sie Ihre Bewerbung keinesfalls als eine Word-Vorlage. Denn Sie wissen nicht, mit welcher Version der Rechtsanwalt am anderen Ende arbeitet. Somit laufen Sie Gefahr, dass alle mit so einer großen Sorgfalt und Ordentlichkeit erstellten Unterlagen mit dem schönen Layout und tollem Design, bei dem Adressaten total verworren und durcheinander ankommt. Dann wäre die ganze Gestaltung und Formatierung futsch!

Aus diesem Grund ist es ratsam, Ihre Unterlagen in optimal eine einzige PDF-Datei umzuwandeln und diese an den zuständigen Anwalt oder an die allgemeine E-Mail-Adresse der Kanzlei Ihrer Wahl zu verschicken. Die Einladung zum persönlichen Gespräch wird sicherlich in Kürze folgen, denn Sie haben ganz bestimmt einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen!