Bewerbung zurückziehen Tipps

Es gibt gute Grunde, warum Sie eine Bewerbung zurücknehmen sollten, wenn Sie den Job nicht mehr wollen.

Im Rahmen der Jobsuche ist es völlig normal, sich bei verschiedenen Unternehmen zu bewerben. Insgeheim gibt es zwar meistens den einen oder anderen Favoriten, während die anderen Jobs eher Notlösungen wären. Aber Sie müssen eben damit rechnen, dass nicht alle Bewerbungen erfolgreich sein werden. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn positive Rückmeldungen erfolgen. Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und vielleicht sogar Zusagen sind schließlich wesentlich besser fürs Selbstbewusstsein als immer nur Absagen. Doch wenn Sie sich für einen Job entschieden haben, sollten Sie nicht vergessen, die anderen, noch laufenden Bewerbungen zurückzuziehen. 

Einerseits ist es super, wenn Ihre Bewerbungen überzeugen und Sie positives Feedback erhalten. Immerhin haben Sie viel Zeit und Mühe in Ihre Unterlagen investiert. Und zweifelsohne tut es gut, wenn diese Arbeit mit Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und der einen oder anderen Zusage belohnt wird. Andererseits kann sich genau daraus auch eine etwas unglückliche Situation ergeben. Nämlich dann, wenn die Rückmeldungen eintrudeln, nachdem Sie sich für einen Job entschieden und zugesagt haben.

Grundsätzlich sollten Sie Ihre Bewerbung zurückziehen, wenn Sie kein Interesse mehr an der Stelle haben. Warum das so ist, erklären wir Ihnen im Folgenden. Und wir geben Ihnen Tipps, wie Sie bei der Rücknahme Ihrer Bewerbung am besten vorgehen. Ein paar Muster als Formulierungshilfen haben wir natürlich ebenfalls für Sie.

Warum es notwendig sein kann, dass Sie Ihre Bewerbung zurückziehen

Das Auswahlverfahren in einem Unternehmen kann unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Mal geht es sehr schnell und die ausgeschriebene Stelle ist wenige Tage später neu besetzt. In anderen Fällen dauert es länger, bis alle Bewerbungen gesichtet und die Absagen sowie die Einladungen zu Vorstellungsgesprächen verschickt sind. Es kann also gut sein, dass Sie von einem Unternehmen schon längst eine Rückmeldung bekommen haben, während die Antwort eines anderen Betriebs erst Wochen später eintrudelt. Ebenso ist möglich, dass Sie eine Stelle schon angetreten haben und die Antwort einer anderen Firma zu diesem Zeitpunkt noch immer aussteht.

Gleichzeitig kann sich in der Zwischenzeit bei Ihnen so einiges getan haben. Dass Sie eine Arbeitsstelle gefunden und angenommen haben, ist dabei nur eine Möglichkeit. Vielleicht haben Sie noch einmal über die ganze Sache nachgedacht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Job oder der Arbeitgeber wohl doch nicht das Richtige für Sie ist. Oder Sie waren beim Vorstellungsgespräch und haben festgestellt, dass Sie bei entscheidenden Punkten zu große Abstriche machen müssten. Vielleicht gab es im Privaten eine Änderung, die dazu führt, dass die Stelle nicht mehr in Frage kommt. Doch egal, was die Ursache ist: Wenn sich Ihre Bewerbung erübrigt hat, sollten Sie diese zeitnah und vor allem von sich aus zurückziehen.

Weshalb Sie eine Bewerbung zurückziehen sollten, wenn Sie die Stelle nicht mehr möchten

Es gibt Bewerber, die sich nicht mehr beim Unternehmen melden, weil es ihnen unangenehm ist, die Bewerbung zurückzuziehen. Sie befürchten, dass der Personaler sauer sein könnte. Andere Bewerber hoffen insgeheim, dass das Unternehmen absagt. Je länger die Bewerbung zurückliegt, desto größer ist schließlich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Absage erfolgt. Und wenn das Unternehmen absagt, muss der Bewerber diese unschöne Rolle schon nicht übernehmen. Wieder andere Bewerber vergessen vor lauter Freude über den neuen Job schlichtweg, dass noch andere Bewerbungen laufen. Eine Bewerbung nicht zurückzunehmen, ist aber gerade der falsche Weg. Und dafür gibt es vor allem drei Gründe:

1. Professionalität

„Im Leben trifft man sich immer zweimal“, besagt eine alte Weisheit. Und das gilt fürs Private genauso wie fürs Berufsleben. Es ist durchaus denkbar, dass Sie sich irgendwann einmal erneut bei einem Unternehmen bewerben möchten oder müssen. Oder dass Sie bei einem Projekt, einer geschäftlichen Partnerschaft oder einer anderen Form der Zusammenarbeit auf das Unternehmen treffen. Sie können sich sicher denken, dass die Situation nicht sehr einfach wird, wenn unangenehme Erinnerungen wach werden. Hatten Sie hingegen höflich abgesagt, haben Sie ein professionelles Verhalten an den Tag gelegt. Und Sie haben sich als aufrichtiger und zuverlässiger Zeitgenosse präsentiert, der weiß, was sich gehört.

2. Höflichkeit

Stellen Sie sich vor, Sie wären der Personaler: Auf Ihrem Schreibtisch stapeln sich die Bewerbungen. Sie investieren viel Arbeit, um die Unterlagen durchzuschauen und Vorstellungsgespräche zu führen. Dabei sitzt Ihnen die Zeit im Nacken, denn die Stelle muss bald besetzt werden. Nun sind Sie froh, dass die Suche ein Ende hat und Sie den richtigen Kandidaten gefunden haben. Und dann meldet sich dieser Bewerber einfach nicht mehr. Oder sagt völlig unerwartet ab.

Vermutlich wären Sie alles andere als begeistert. Schließlich wäre Ihre Arbeit umsonst und Sie müssten wieder von vorne anfangen. Eigentlich gebietet es also allein schon die Höflichkeit, eine Bewerbung, die sich erübrigt hat, frühzeitig zurückzunehmen.

3. Fairness

Bei der Auswahl der Bewerber muss das Unternehmen Entscheidungen treffen. Dazu gehört auch, Bewerbern abzusagen, die die Stelle genauso gut ausgefüllt hätten. Oder einen geeigneten Alternativbewerber auf eine Antwort warten zu lassen, bis der Vertrag unterschrieben ist. So bleibt diese Möglichkeit zumindest offen. Da sich der Bewerbungsprozess dadurch aber in die Länge zieht, hat der Alternativbewerber inzwischen vielleicht schon eine andere Stelle angenommen. Lassen Sie eine Bewerbung laufen, obwohl Sie genau wissen, dass Sie den Job nicht wollen, nehmen Sie also möglicherweise einem Mitbewerber die Chance auf seinen Wunschjob. Und dem Unternehmen die Chance auf einen engagierten Mitarbeiter. Das ist nicht sehr fair, oder?!

Wie kann ich meine Bewerbung zurückziehen?

Sie wissen jetzt, warum Sie eine nicht mehr aktuelle Bewerbung zurücknehmen sollten. Bleibt aber noch die Frage nach dem Wie. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: telefonisch und schriftlich.

Rufen Sie den zuständigen Personaler an, ist Ihre Absage schnell erledigt. Außerdem können Sie sich sicher sein, dass die Info beim richtigen Empfänger ankommt. Nebenbei sparen Sie sich durch das Gespräch die Schreibarbeit und die Portokosten. Hinzu kommt, dass es von persönlicher Größe, Selbstvertrauen und professioneller Aufrichtigkeit zeugt, wenn Sie persönlich absagen. Zumal Sie dann auch mit Rückfragen rechnen müssen. Genau diese Rückfragen machen es aber noch ein bisschen schwieriger, mal eben zum Telefonhörer zu greifen und den Personaler über die Absage zu informieren.

Einfacher, aber mindestens genauso professionell ist, wenn Sie schriftlich absagen. Denn durch Ihr Schreiben bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie die Rücknahme nicht weniger ernst nehmen als die Bewerbung. In Ihrem Bewerbungsschreiben hatten Sie schließlich ausführlich und überzeugend ausgeführt, warum Sie den Job unbedingt wollen und warum Sie gerade für dieses Unternehmen arbeiten möchten. Geben Sie sich bei Ihrem Absagebrief nun die gleiche Mühe, entsteht beim Personaler nicht der Eindruck, dass Ihr Bewerbungsschreiben nur gut formuliertes Blabla war.

Übrigens: Hatten Sie sich per E-Mail beworben, können Sie natürlich auch die Absage per E-Mail schicken. Und bei einer Online-Bewerbung können Sie das Kontaktformular nutzen.

Wie schreibe ich eine Bewerbungsrücknahme?

Für Ihr Schreiben können Sie das gleiche Design wählen wie für Ihre Bewerbungsunterlagen. So entsteht ein Wiedererkennungseffekt, der dem Personaler dabei hilft, Ihr Schreiben zuzuordnen. Was den Aufbau angeht, können Sie sich an Ihrem Anschreiben orientieren. Das heißt:

  • Sie beginnen mit Ihrem Briefkopf, der Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten enthält.
  • Darunter folgen der Name und die Adresse des Empfängers.
  • Nach der Angabe vom Datum kommt die Betreffzeile. Hier sollten Sie konkret werden und auf den Punkt bringen, worum es geht. Zum Beispiel so: „Rücknahme meiner Bewerbung vom … um die Stelle als …“
  • Die Anredeformel kombinieren Sie mit der persönlichen Anrede. Sie schreiben die Absage nämlich an den Ansprechpartner, an den Sie auch die Bewerbung geschickt hatten.
  • Als nächstes informieren Sie den Personaler über die Absage. Dazu gleich mehr.
  • Den Schluss bilden die Grußformel und Ihre handschriftliche Unterschrift.

Der Absagebrief darf kurz sein.

Sie müssen keine langen und ausführlichen Erklärungen abgeben. Ihr Schreiben zielt vielmehr darauf ab, den Personaler kurz darüber zu informieren, dass Sie als Bewerber um die ausgeschriebene Stelle nicht mehr im Rennen sind. Allerdings gibt es drei Bestandteile, die Ihre schriftliche Absage auf jeden Fall enthalten sollte:

Dankeschön: Ein kurzer Dank dafür, dass Ihre Bewerbung entgegengenommen und bearbeitet wurde, gehört zum guten Ton. Waren Sie beim Vorstellungsgespräch, sollten Sie sich außerdem für die Zeit bedanken, die sich der Personaler für Sie genommen hat. Haben Sie schon eine Zusage, bedanken Sie sich auch für das entgegengebrachte Vertrauen.

Begründung: Sie müssen nicht erklären, warum Sie die Stelle nun doch nicht wollen. Aber es macht einen guten Eindruck, wenn Sie kurz auf Ihre Gründe eingehen. Allerdings sollten Sie nicht zu sehr ins Detail gehen. Wenn Ihre Absage nicht aus familiären oder gesundheitlichen Gründen erfolgt, können Sie die Begründung ruhig eher allgemein halten. Sie möchten und müssen sich für Ihre Entscheidung nicht rechtfertigen. Und es sollte auch nicht der Eindruck entstehen, dass Sie ein schlechtes Gewissen haben. Oder dass Ihnen bei der Bewerbung ein Fehler unterlaufen ist. Im Vordergrund Ihres Schreibens steht die Information für den Personaler. Belassen Sie es deshalb bei ein, zwei kurzen Aussagen.

Bitte um Verständnis: Erwähnen Sie kurz, dass Sie dem Personaler keine Umstände machen wollten. Wenn Sie möchten, können Sie auch schreiben, dass Sie es bedauern, dass keine Zusammenarbeit zustande kommt. Und bitten Sie um Verständnis für Ihre Entscheidung, die Sie sich nicht leicht gemacht haben.

Und noch etwas: Achten Sie immer auf einen freundlichen Ton! Das gilt auch dann, wenn Sie beim Vorstellungsgespräch waren und Ihnen der Personaler unsympathisch war. Oder wenn Sie sich darüber ärgern, dass das Unternehmen bis jetzt noch nicht auf Ihre Bewerbung geantwortet hat. Zu einem professionellen Verhalten gehört einfach dazu, immer höflich zu bleiben.

Musterformulierungen für Ihre Bewerbungsrücknahme

Als kleine Hilfestellung haben wir hier drei Musterbeispiele für Sie, an denen Sie sich beim Formulieren Ihrer Absage orientieren können.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich meine Bewerbung zurückziehen möchte. Ich wäre sehr gerne für Sie tätig geworden und bin überzeugt, dass die Zusammenarbeit gut geklappt hätte. Zwischenzeitlich wurde mir jedoch ein Ausbildungsvertrag angeboten.

Sie werden sicher verstehen, dass es für mich Vorrang hat, meine berufliche Zukunft auf ein solides Fundament zu stellen. Ich hoffe, ich bereite Ihnen durch meine Entscheidung keine Unannehmlichkeiten.

 Zunächst möchte ich mich herzlich für Ihre freundliche Rückmeldung auf meine Bewerbung und das sehr angenehme Vorstellungsgespräch bedanken.

Die Stelle ist sehr interessant und ich bin sicher, dass ich mich in Ihrem Team wohlgefühlt hätte. Zwischenzeitlich habe ich jedoch ein anderes Angebot erhalten, das noch besser zu meinen beruflichen Zielen passt. Deshalb ziehe ich meine Bewerbung bei Ihnen zurück.

Es tut mir leid, wenn ich Ihnen durch meine Absage Umstände bereite. Dennoch hoffe ich auf Ihr Verständnis. Bitte glauben Sie mir, dass ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht habe.

Die ausgeschriebene Stelle umfasst ein sehr interessantes Aufgabengebiet. Dieser beruflichen Herausforderung hätte ich mich sehr gerne gestellt. Ich bin überzeugt, dass ich bei Ihnen sehr viel gelernt hätte.

Allerdings kann ich bei einem anderen Unternehmen eine Vollzeitstelle antreten. Ich hoffe, dass Sie Verständnis dafür haben, dass ich die wirtschaftlichen Aspekte nicht außer Acht lassen kann. Um anderen Bewerbern nicht die Chance zu verbauen und das Auswahlverfahren für Sie nicht unnötig zu erschweren, ziehe ich meine Bewerbung nach reiflicher Überlegung zurück.

Ich bedanke mich für die Zeit, die Sie in die Bearbeitung meiner Bewerbung investiert haben und wünsche Ihnen alles Gute.

Und zum Schluss noch eine Klarstellung

Sie müssen nicht befürchten, dass Sie ein Unternehmen verärgern, wenn Sie Ihre Bewerbung zurückziehen. Oder dass Ihnen die Bewerbungsrücknahme Nachteile einbringt. Personaler sind Profis und wissen mit Absagen umzugehen. Im Geschäftsalltag gehören weniger erfreuliche Nachrichten dazu. Durch eine offene und ehrliche Kommunikation weiß die Firma, woran sie ist, und kann entsprechend planen.

Außerdem ist genau das Gegenteil der Fall: Sie hinterlassen dann einen schlechten Eindruck, wenn Sie sich nicht mehr melden oder Ausreden erfinden, um das Unternehmen hinzuhalten. Gleiches gilt, wenn Sie zusagen und dann einfach nicht erscheinen. Oder wenn Sie nur zusagen, um noch in der Probezeit wieder zu kündigen. Ein solches Verhalten nimmt Ihnen jeder Arbeitgeber krumm.