Bewerbungsformulierungen

Was ist Ihre Erfolgsstrategie im Anschreiben?

Jeder, der schon einmal einen Brief geschrieben hat, weiß wie schwer es fallen kann, genau das auszudrücken, was man auch denkt. Noch schwieriger wird die Angelegenheit, wenn es dabei um mehr, als nur Belanglosigkeiten geht. Ein Bewerbungsschreiben ist so ein Brief, der Sie als Bewerber einiges an Nerven kosten kann. Schließlich stehen Sie immer vor der Frage: Drücken meine Bewerbungsformulierungen auch wirklich das aus, was ich sagen möchte? Dieses Dilemma zu lösen, kostet meistens viel Zeit und Mühe.


Es gilt also, das Anschreiben so treffend zu formulieren, dass kein Spielraum für Interpretationen mehr bleibt. Und das ist gar nicht so schwer, wie es sich auf den ersten Blick anhört. Der Schlüssel zu effektiven Bewerbungsformulierungen liegt nicht in Ihrer Betrachtungsweise als Bewerber, sondern in der Betrachtungsweise des Personalers. Wenn Sie es schaffen, Ihre eignen Formulierungen mit dem Blick eines Personalers zu betrachten, werden Ihre Ausführungen automatisch zielgerichteter und verständlicher.

Nun gilt es nur noch, Bewerbungsformulierungen zu finden, die Sie konkret in Ihrem Anschreiben individuell umformulieren können. Einfach Beispiele und Muster zu übernehmen, kann schnell böse enden. Phrasen, Floskeln und oberflächliche Feststellungen helfen nicht dabei, das Interesse an Ihrer Person zu wecken. Achten Sie daher darauf, zu prüfen, ob die folgenden Bewerbungsformulierungen tatsächlich zu Ihnen und Ihrer Situation passen. Wenn Sie einige der Beispiele auf sich anwenden und anpassen, haben Sie die besten Chancen, sich im Rennen um den Traumjob ganz weit vorn zu platzieren. Viel Erfolg!

#1 „Ich habe mich gefreut, Sie vor einer Woche persönlich kennen zu lernen.“

Der Einstieg ist meistens der schwerste Teil des Anschreibens. Schließlich geht es hier um alles: Wenn Sie bereits im ersten Satz Langeweile aufkommen lassen, werden Sie es schwer haben, trotzdem noch Aufmerksamkeit zu wecken. Der Klassiker, dem Personaler mitzuteilen, dass Sie sich bewerben, ist keine gute Idee.
Nehmen Sie stattdessen wie im Beispiel Bezug auf ein reales Erlebnis. Vielleicht hatten Sie bereits ein Telefongespräch, vielleicht haben Sie auf einer Messe Kontakt aufgenommen oder Sie haben positive Referenzen von einem Bekannten gehört. Egal was es ist: Nennen Sie im ersten Satz den Grund Ihrer Bewerbung, nicht die Tatsache.

#2 „Auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind Sie mir als interessante Option aufgefallen.“

Diese Formulierung ist direkt auf zwei Ebenen sehr effektiv. Erstens präsentieren Sie sich als ehrgeiziger und motivierter Kandidat, der sich weiterentwickeln möchte. Damit räumen Sie alle Fragen hinsichtlich Ihrer Motivation beiseite und stellen Ihren Wunsch nach Wissen in den Vordergrund.
Zweitens lassen Sie verlauten, dass Sie sich aktiv für eine Bewerbung an genau dieses Unternehmen entschieden haben. Es ist nicht Ihre einzige Wahl, im Gegenteil: Es ist eine sehr interessante Option unter mehreren. Und wenn Sie ein Kandidat mit mehreren Optionen sind, macht Sie das nur umso attraktiver.

#3 „Auch wenn es mir schwerfällt, nach den letzten Erfolgen mein Team zu verlassen

Personaler dürfen sich zwar nach den praktischen Erfahrungen erkundigen, die Sie in Ihrer alten Stelle gemacht haben. Der tatsächliche Kündigungsgrund bleibt trotzdem meistens uneinsichtig. Mit diesem Satz teilen Sie mit, dass Sie rundum gute Arbeit geleistet haben, die allgemein wertgeschätzt wird. Auch wenn es schwerfällt, diese Komfortzone zu verlassen, haben Sie trotzdem keine Angst vor neuen Herausforderungen.
Das ist eine durchweg positive Aussage, denn so bringen Sie ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gute Arbeitseinstellung mit, um sich auch in einem neuen Team schnell zurecht zu finden und neue Erfolge zu erleben.

#4 „Durch positive Referenzen von Bekannten und Mitarbeitern Ihres Unternehmens…“

Einer der wichtigsten Punkte eines guten Anschreibens ist die plausible Begründung Ihrer Bewerbung bei genau diesem Unternehmen. Schließlich hätten Sie sich ja auch bei der Konkurrenz bewerben können. Indem Sie auf gute Referenzen verweisen, platzieren Sie sich sehr vorteilhaft. Denn so weiß der Personaler, dass Sie sich eingehend mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben und realistische Vorstellungen vom Arbeitsalltag besitzen.
Außerdem klingt bei dieser Bewerbungsformulierung subtil mit, dass es sich nicht um eine Massenanschreiben handelt, sondern um eine gezielt geplante Bewerbung bei genau dem Unternehmen, mit dem Sie sich identifizieren können.

#5 „Ich hoffe, diese Vorschläge auch mit Ihnen persönlich besprechen zu können.“

Zum Ende eines Anschreibens betont jeder Bewerber, wie sehr er sich auf ein persönliches Kennenlernen freut. Aber warum wollen Sie das eigentlich? Selbstverständlich, um im Rennen zu bleiben. Eine weitere Motivation kann aber auch der interessante Wissensaustausch und die Diskussion von innovativen Ideen sein. Das ist für beide Seiten so vorteilhaft, dass Ihnen dieser Wunsch kaum abgeschlagen werden kann.
Eine schlaue Strategie ist es also, im Anschreiben kurz Ideen anzureißen und diese im obigen Beispiel aufzugreifen. Damit wecken Sie Neugierde, die nur durch ein Vorstellungsgespräch gestillt werden kann.

#6 „Nach der gesetzlichen Kündigungsfrist von _ Monaten stehe ich zur Verfügung.“

Wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben, ist es wichtig, dem Personaler zu signalisieren, dass Sie dieses weiterhin ernst nehmen. Machen Sie sich daher mit den Kündigungsfristen vertraut und nennen Sie sie deutlich in Ihrem Anschreiben. Wenn echtes Interesse an Ihrer Arbeitskraft besteht, sind diese Formalitäten immer verhandelbar.

#7 „Mein Gehaltswunsch liegt zwischen ____ und _____.“

Mit einer einzelnen Angabe hinsichtlich des Gehaltswunsches platzieren Sie sich in einer ungünstigen Position für die sicherlich folgende Gehaltsverhandlung. Insbesondere, wenn diese Angabe Ihre persönliche Schmerzgrenze ist. Eine bessere Strategie ist es, die untere Angabe Ihrer Schmerzgrenze anzupassen und die obere durch Ihr bestmögliches Wunschgehalt zu definieren. So bleiben Sie innerhalb des Rahmens, den Sie sorgfältig recherchiert haben.
Dieses Vorgehen ist maximal effektiv, denn falls Sie den Bewerbungsprozess tatsächlich erfolgreich bestehen, kostet Sie dieser Satz bares Geld.

Bewerbungsformulierungen: So lieber nicht

Es gibt sehr effektive Bewerbungsformulierungen, aber es gibt auch Sätze in einer Bewerbung, um die Sie einen großen Bogen machen sollten. Nutzen Sie daher die Gelegenheit und informieren Sie sich, welche Worte, auch unbeabsichtigt, einen negativen Effekt haben.

#1 „Ich bin zuverlässig, engagiert und stressresistent…“

Diese Adjektive sind nicht nur der Klassiker in jeder Bewerbung und damit reichlich abgedroschen, sie haben zudem keinerlei Effekt. Selbst wenn Sie in Ihrem letzten Arbeitsverhältnis fleißig Minusstunden gesammelt hätten, könnten Sie im Bewerbungsschreiben behaupten, Sie seien engagiert – und keiner würde es merken.
Personaler wollen engagierte Mitarbeiter. Genauso wie zuverlässige und stressresistente Teammitglieder. Aber Sie wollen auch Bewerber, die diese Eigenschaften fundiert belegen können. Das gelingt Ihnen am besten mit kurzen praktischen Ausführungen zu Ihren Beschreibungen. So zeigen Sie gleich zwei positive Eigenschaften: Ihre Kompetenzen und die hervorragende Umsetzung.

#2 „Über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch wäre ich aus diesen Gründen sehr dankbar.“

Es ist durchaus legitim anzumerken, dass Sie auf die Chance eines persönlichen Kennenlernens hoffen. Allerdings steht Ihnen als Bewerber eins immer sehr gut: Selbstbewusstsein. Mit einem Konjunktiv im letzten Satz wirken Sie zwar bescheiden, stellen aber auch Ihre gänzlichen aufgeführten Kompetenzen und Stärken aus dem Anschreiben in den Schatten.
Besser ist es, als ernstzunehmender Kandidat und Idealbesetzung aufzutreten. Schließlich haben Sie das gerade im Bewerbungsschreiben hinreichend begründet. Merken Sie deshalb an, dass Sie sich auch gerne Zeit für ein persönliches Kennenlernen nehmen, um weitere Möglichkeiten zu besprechen. Schließlich müssen auch Sie sich entscheiden.

#3 „Aus diesen Gründen sehe ich mich als passender Kandidat für die ausgeschriebene Stelle.“

Selbstbewusstsein ist gut. Aber nur subtiles. Ein ungeschriebenes Gesetz der Kommunikation lautet: Show, don´t tell. Was so viel bedeutet wie: Sie nennen die Fakten, die Rückschlüsse muss der Leser selber ziehen können. Ihre Verantwortlichkeit liegt darin, sich selbst so gut wie möglich zu beschreiben. Die Entscheidung, ob Sie damit in das Suchfeld des Personalers fallen, können Sie nicht vorwegnehmen.
Eine bessere Strategie ist es daher, so detailliert und treffend wie möglich, Ihre persönlichen und fachlichen Schnittstellen zu der angestrebten Stelle zu beschreiben. So kommt der Personaler von ganz allein auf den obigen Satz.

#4 „Sehr geehrte Damen und Herren, …“

Diese Anrede ist immer noch der Klassiker auf den meisten Bewerbungsschreiben. Das bedeutet aber nicht, dass diese Worte die beste Wahl sind. Denn damit signalisieren Sie vor allem eins: Ihre Recherchefähigkeiten sind ausbaufähig. Das erste, was ein Bewerber nämlich machen sollte, ist sich über das Unternehmen und seinen Ansprechpartner zu informieren. Wie wollen Sie sonst zielgerichtete Informationen transportieren.
Investieren Sie daher ein paar Minuten auf der Internetseite des Unternehmens oder greifen Sie sogar zum Telefonhörer. Das ist nicht aufdringlich, sondern zeigt dem Personaler, dass Sie Ihre Sache ernsthaft angehen. So betonen Sie nebenbei auch noch Ihr Engagement – ganz ohne es gesondert nennen zu müssen.

#5 „Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stellenanzeige vom …“

Im Idealfall steht genau diese Aussage bereits in der Betreffzeile Ihrer Mail, in der Betreffzeile des Bewerbungsschreibens selbst und vielleicht sogar noch auf dem Deckblatt. Warum sollten Sie dann also wertvollen Platz mit einer Aussage verschwenden, die der Personaler sowieso bereits verstanden hat? Im besten Fall übergeht Ihr Leser diesen Fauxpas, im schlimmsten Fall werden Ihre Unterlagen gelangweilt zur Seite gelegt.
Versuchen Sie sich daher an einem interessanten und vielleicht sogar fulminanten Einstieg. Nennen Sie einen Fun Fact, Ihren Entscheidungsgrund zur Bewerbung oder einfach direkt das Ziel des Anschreibens: Das Unternehmen näher kennen zu lernen. Je individueller, desto besser!

Ihre Bewerbungsformulierungen, Ihre Entscheidung: So punkten Sie!

Sie wissen nun um einige effektive Formulierungen, mit denen Sie als Bewerber dem Personaler im Kopf bleiben. Achten Sie darauf, in Ihrem Bewerbungsschreiben einem roten Faden zu folgen und bei allen passenden Formulierungen immer noch logisch zu argumentieren.
Wenn Sie dazu noch einen großen Bogen um Sätze machen, die Sie besser vermeiden sollten, sind Sie auf dem besten Weg zum Vorstellungsgespräch. Vergessen Sie nicht, Ihre Unterlagen gegenlesen zu lassen und auch in der Mail mit Ihren Bewerbungsunterlagen keine Fehler zu machen. So kann nichts mehr schief gehen.