Bewerbungsschreiben Justizfachangestellte

Welche Details sind wichtig in Ihrem Bewerbungsschreiben?

Bewerbungen sind nicht einfach. Auch nicht, wenn Sie als Justizfachangestellte einen großen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet des Formulierens mitbringen. Aber bei Anschreiben für einen Job sind andere Qualitäten gefragt: Statt trockener Sätze sind interessante Inhalte gefragt, mit denen Sie Ihren Leser auf ganzer Linie überzeugen. Gleichzeitig sollen Sie aber auch einen seriösen Eindruck machen, da Ihre Tätigkeit ein hohes Maß an Vertrauen voraussetzt, arbeiten Sie doch mit sensiblen juristischen Angelegenheiten. Dieser Spagat zwischen einer kreativen Note und einem soliden roten Faden kann ganz schön herausfordernd sein.

Die gute Nachricht ist: Um ein Bewerbungsschreiben als Justizfachangestellte zu verfassen, müssen Sie nicht erst Germanistik studieren. Es gibt einfache Tipps und Tricks, mit denen Sie das Interesse Ihres Lesers wecken und vor allem halten können. Diese effektiven Formulierungen finden Sie hier. So suggerieren Sie nicht nur den Eindruck einer kompetenten Fachkraft, sondern gleichzeitig Ihre Motivation und Ihren Mehrwert für den neuen Arbeitgeber. Gerade bei Jobs an Staatsanwaltschaften und Gerichten kann es durchaus von Vorteil sein, sich auch einmal abseits der ausgetretenen Formulierungen zu bewegen und mit neuen Ideen im Kopf zu bleiben. Nutzen Sie diese Chance!

Aber wie bereiten Sie ein Bewerbungsschreiben eigentlich perfekt vor? Welches Wissen müssen Sie mitbringen und welche Informationen vermitteln, um das Interesse des Lesers anzusprechen? Wie teilen Sie mit, dass Sie ein klares Bild von dem realen Arbeitsalltag besitzen? Und wie gehen Sie mit schwierigen Fragen wie dem Eintrittsdatum und Ihren Gehaltsvorstellungen um? Wie sieht es mit Lücken im Lebenslauf aus? Alle Antworten rund um diese Fragen finden Sie hier. So kann beim Erstellen des Bewerbungsschreibens als Justizfachangestellte nichts mehr schief gehen.

Bewerbungsschreiben Justizfachangestellte: Vorbereitung ist alles

Was viele Bewerber nicht wissen: Auf eine Bewerbung sollten Sie sich fast ebenso intensiv vorbereiten, wie auf ein Vorstellungsgespräch. Dadurch haben Sie gleich drei Vorteile:

  1. Sie können zielgerichteter Ihre Motivation darlegen und Ihre Argumente direkt mit den spezifischen Anforderungen der Kanzlei oder der Staatsanwaltschaft verbinden.
  2. Im Falle der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch haben Sie sich bereits gründlich mit der Stelle und den Anforderungen auseinandergesetzt. Gerade bei kurzfristigen Terminen kann das ein großer Vorteil sein.
  3. Durch die gründliche Recherche finden Sie selber besser heraus, ob sich eine Bewerbung wirklich lohnt. Sich nur aufgrund einer Stellenanzeige zu bewerben, ist keine gute Idee. Vielleicht sagen Ihnen die Schwerpunkte der Kanzlei oder die Mitarbeiterpolitik gar nicht zu? Dann machen Sie sich die Mühe der Bewerbung umsonst.

Diese Vorteile zeigen deutlich: Investieren Sie Zeit in eine gründliche Recherche, bevor Sie sich entscheiden, eine Bewerbung zu verfassen. Das können Sie tun, indem Sie die Firmenwebsite besuchen, sich bei Freunden und Bekannten umhören, oder die Kontakte Ihres Netzwerks nutzen. Je mehr Informationen Sie herausfinden, desto solider wird die Basis Ihrer Bewerbung.

Stärken und Kompetenzen: Wo liegt ihr Fokus?

Ein weiterer Punkt, der gründlich vorbereitet werden will, ist die Auseinandersetzung mit Ihrer persönlichen Eignung als Justizfachangestellte. Gerade in dieser Branche konkurrieren Sie meistens mit Bewerbern, die über ähnliche Qualifikationen verfügen, wie Sie. Den Unterschied können Sie, gerade bei einer sehr interessanten Stelle, nur durch Ihre Persönlichkeit und Ihre individuellen Stärken machen. Nutzen Sie daher die Gelegenheit und prüfen Sie, welche der folgenden gefragten Stärken Sie als Justizfachangestellte mitbringen:

  • Mathematisches Grundverständnis. Sie werden zwar nicht als Controller arbeiten, aber gerade im gerichtlichen Mahnverfahren und ähnlichen Abteilungen haben Sie tagtäglich mit Zahlen zu tun. Diese Arbeit erfordert ein hohes Maß an Sorgfalt, da Rechenfehler schwerwiegende Folgen haben können.
  • Perfekte Deutschkenntnisse. Juristische Fachbegriffe sind schon für Muttersprachler schwer zu verstehen. Sie als juristische Fachkraft sollten daher in der Lage sein, auch komplizierte Zusammenhänge zu verstehen und fehlerfrei wiederzugeben.
  • Wirtschaftliches Know-How. In privaten Kanzleien haben Sie häufig mit diesem Fachbereich zu tun. Das Lesen von tagesaktuellen Wirtschaftsfachmagazinen und die stetige Weiterbildung können ein großer Vorteil für Sie sein.
  • Konfliktlösungsfähigkeit. Gerade im direkten Kontakt mit schwierigen Fällen ist ein dickes Fell und eine positive Grundeinstellung sehr wichtig, um in diesem Job erfolgreich arbeiten zu können.
  • Selbstorganisation. Je nach Kanzlei oder Staatsanwaltschaft arbeiten Sie viel auf sich selber gestellt. Justizfachangestellte unterstützen in den meisten Fällen und erledigen Aufgaben eigenständig, nicht im Team. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstverantwortung.
  • Sorgfalt und Genauigkeit. Wo es bei anderen Jobs nicht auf das eine oder andere Wort ankommt, müssen Justizfachangestellte auf jede Formulierung achten. Daher sollten Sie von Natur aus eine Persönlichkeit besitzen, die auf Details achtet.

Natürlich bringt keine Justizfachangestellte jede der genannten Fähigkeiten und Kompetenzen mit. Dennoch ist es wichtig, sich persönlich damit auseinanderzusetzen, um im Anschreiben konkrete Beispiele für eine spezielle Stärke nennen zu können. So schreiben Sie glaubhafter und die Information bleibt im Kopf.

Ihre Aufgaben als Justizfachangestellte: Darauf kommt es an

Bewerbungsschreiben Justizfachangestellte: 7 perfekte Formulierungen

Wenn Sie sich nun mit den Anforderungen an den Job und Ihren passenden Stärken auseinandergesetzt haben, kann es an die konkreten Formulierungen gehen. Da genau dies der schwerste Teil ist, können Sie sich an den folgenden sieben Beispielen Inspiration und Ideen für Ihr eigenes Bewerbungsschreiben holen. Vergessen Sie aber nicht: Bei den Beispielen geht es um das Prinzip. Je nach individueller Situation sollten Sie die Worte anpassen.

#1 „Ich freue mich, Bezug auf das Telefonat vom ____ nehmen zu können.“

Der erste Satz in einem Bewerbungsschreiben ist immer der Schwierigste. Hier gilt es, nicht mit Phrasen und Floskeln zu glänzen, sondern mit einem furiosen Einstieg, der direkt Interesse weckt. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie auf ein persönliches Gespräch oder sogar ein Treffen auf einer Karrieremesse Bezug nehmen. So assoziiert Ihr Leser direkt eine Person mit Ihren Worten, was beim weiteren Verständnis Ihres Anliegens hilft.

#2 „Auf meiner Suche nach neuen Herausforderungen wurde mir von Bekannten Ihre Suche nach einer Justizfachangestellten mitgeteilt.“

Ein weiterer gelungener Einstieg ist der Verweis auf positive Referenzen als Grund Ihrer Bewerbung. Damit machen Sie gleich drei Sachen richtig. Erstens signalisieren Sie, dass Sie sich bereits über das Unternehmen informiert haben, und zwar über eine reine Stellenanzeige hinaus. Zweitens erklären Sie, dass Ihnen die Rechercheergebnisse sehr zusagen. Und drittens teilen Sie subtil mit, dass Sie durch Zufall von diesem Stellenangebot erfahren haben und mehrere Möglichkeiten zur Auswahl haben. Immer eine geschickte Strategie.

#3 „Trotz der positiven Erfahrungen in meiner derzeitigen Kanzlei, möchte ich mich weiterentwickeln.“

Mit dieser Formulierung räumen Sie alle etwaigen Bedenken hinsichtlich Ihrer Persönlichkeit aus dem Raum, insbesondere wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben. Diese Sachlage ruft nämlich immer Fragen im Kopf des Personaler hervor: Hatten Sie Schwierigkeiten im alten Team? Gab es vielleicht Auseinandersetzungen mit dem Vorgesetzen? Ihr Wunsch nach Weiterentwicklung setzt allen diesen Spekulationen eine positive Grenze.

#4 „Schon länger habe ich Ihre Kanzlei als potentiellen Arbeitgeber verfolgt.“

Besonders für Berufseinsteiger ist diese Formulierung sehr effektiv. Ehrgeizige Absolventen erkundigen sich nämlich nach attraktiven Kanzleien am Markt und beobachten deren Personalpolitik. Damit suggerieren Sie, dass Sie sich aktiv genau für diese Bewerbung an dieses Unternehmen entschieden haben. Und die Gründe dafür interessieren jeden Personaler natürlich brennend. Schließlich geht es um Ihre Kanzlei.

#5 „Ihre Kanzlei vertritt Schwerpunkt, mit denen ich mich persönlich identifizieren kann.“

Diese Aussage ist ein weiterer Bonus in Ihrem Bewerbungsschreiben, da es bei der Bewerbung um eine derart vertrauensvolle Stellung auch im hohen Maße auf eine persönliche Identifikation ankommt. Sie als Justizfachangestellte sollten mit den Zielen Ihres Arbeitgebers übereinstimmen, um langfristig erfolgreich arbeiten zu können.

#6 „Ich freue mich, auch persönlich mit Ihnen Ideen und Möglichkeiten zu besprechen.“

Jeder Bewerber betont im letzten Satz, wie groß die Freude über die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches sein würde. Hätte. Könnte. Hier gilt es, den Konjunktiv strikt zu vermeiden. Schließlich bringen Sie so viele gute Ideen mit an die neue Stelle, dass es für den Personaler von Nachteil wäre, ein Gespräch mit Ihnen zu verpassen. Und genau in diesem Ton sollte der letzte Satz ausfallen.

#7 Meine Gehaltsvorstellung liegt zwischen ____ und _____.“

Falls Sie sich nicht für den öffentlichen Dienst bewerben, werden Sie in Stellenanzeigen häufig dazu aufgefordert, eigene Gehaltsvorstellungen zu nennen. Eine gründliche Recherche ist die erste Voraussetzung, um an dieser Stelle keine unrealistischen Forderungen zu nennen. Genauso wichtig ist aber auch die Angabe eines Gehaltskorridors: Setzen Sie als untere Angabe Ihre Schmerzgrenze und als obere Angabe Ihr Wunschgehalt. So können Sie viel entspannter in die Gehaltsverhandlung starten.

Stolpersteine: So meistern Sie schwierige Punkte

Sie haben nun einige Formulierungen an der Hand, mit denen Sie Ihr Bewerbungsanschreiben ansprechend und interessant gestalten können. Allerdings gibt es immer noch schwierige Punkte, die Sie manchmal sogar bereits im Anschreiben thematisieren müssen, um trotzdem noch eine Chance auf ein persönliches Gespräch zu haben. Hier finden Sie Tipps, wie Sie diese Klippen geschickt umschiffen:

  • Lücken im Lebenslauf. Dieser „Mangel“ ist längst nicht mehr so gravierend wie einst. Immer mehr Arbeitgeber wünschen Sie reflektierte Arbeitskräfte, statt reine Erfolgskandidaten. Wichtig ist nur, dass Sie angeben, wie Sie die Lücke im Lebenslauf genutzt haben.
  • Eine Kündigung. Eine Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit heraus ist keine einfache Angelegenheit. Aber auch hier gilt: Ehrlichkeit währt am längsten. Und manchmal sind es genau diese Erfahrungen, die Sie als Arbeitskraft umso wertvoller machen. Trotzdem gilt: Welche Informationen Sie preisgeben, ist Ihre Entscheidung.
  • Fehlende Arbeitszeugnisse. Es gibt viele Gründe, für (noch) fehlende Arbeitszeugnisse. In jedem Fall sollten Sie diese Angelegenheit immer direkt thematisieren, um möglichen Spekulationen vorzubeugen. Denn ein fehlendes Arbeitszeugnis kann manchmal ganz harmlose Gründe haben.
  • Fehlende Praxiserfahrung. Auch als Berufseinsteiger haben Sie Chancen auf richtig interessante Jobs. Setzen Sie nur den Fokus richtig. Betonen Sie Ihre innovativen Kenntnisse und Ihre Motivation gerade zu Beginn Ihrer Karriere. Damit können Sie manchmal besser Punkten, als die alten Hasen.

Ihr Bewerbungsschreiben, Ihre Entscheiden: So punkten Sie!

Sie wissen nun, was Sie vor dem Verfassen einer Bewerbung optimalerweise erledigen sollten, welche Fähigkeiten und Stärken als Justizfachangestellte gerne gesehen sind und mit welchen Formulierungen Sie ganz einfach den Leser von sich überzeugen. Nun gilt es nur noch, dieses Wissen auf Ihr persönliches Anschreiben anzuwenden. Wenn Sie dabei noch alle Stolpersteine geschickt umgehen, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Viel Erfolg!