Checkliste Bewerberinterview

Welche Punkte gehören auf Ihre Checkliste?

Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch ist meistens mit gemischten Gefühlen verbunden. Einerseits herrscht große Freude über den nächsten Schritt im Bewerbungsprozess, andererseits kommt spätestens ein paar Tage vor dem großen Termin die Nervosität ins Spiel. Schließlich geht es bei diesem Termin um alles: In kurzer Zeit werden alle Ihre Fähigkeiten abgefragt und daneben müssen Sie sich auch nach als Persönlichkeit behaupten. Kein Wunder, wenn Sie kurz vor dem Datum also Probleme bekommen, einen klaren Kopf zu behalten.

Aus diesem Grund kann eine Checkliste für das Bewerberinterview eine hervorragende Idee sein. So haben Sie einen genauen Fahrplan, wie Sie sich am besten auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten und können Punkt für Punkt abhaken. Spätestens ein paar Tage vor dem Gespräch sind Sie optimal vorbereitet und können entspannt in die schwierige Situation hineingehen. So eine Checkliste hilst außerdem dabei, wichtige Punkte nicht zu vergessen. Denn beim Bewerberinterview zählt vor allem eins: Optimale Vorbereitung und starke Nerven im richtigen Moment.

Hier finden Sie eine Checkliste aus 20 Punkten, die Sie bei Ihrem nächsten Vorstellungsgespräch ausdrucken und anwenden können. Von der Organisation der Anfahrt, über das richtige Outfit bis hin zur Strategie nach dem Bewerberinterview ist an alles gedacht. Trotzdem sollten Sie eins nicht vergessen: Jedes Vorstellungsgespräch ist einzigartig und individuell. Betrachten Sie daher diese Checkliste als Ergänzung Ihrer eigenen Punkte. So haben Sie einen idealen roten Faden, an dem Sie sich entlang hangeln können, bis es so weit ist. Viel Erfolg!

Checkliste Bewerberinterview: Kommunikation mit dem Personaler

Viele Bewerber legen keine großen Wert darauf, aber trotzdem sollten Sie sich an diesem Punkt besonders viel Mühe geben: Der erste direkte Kontakt mit dem Unternehmen nach Ihrer Bewerbung. Manchmal ist es ein Anruf, manchmal ein Brief oder eine Mail: Die Firma möchte Sie persönlich kennen lernen. Nun gilt es, adäquat zu reagieren und den ersten Eindruck bestmöglich zu gestalten.

#1 Passt Ihnen der Termin?

Diese Frage können Sie nur nach Bauchgefühl beantworten. Als Faustregel gilt: Die meisten Termine lassen sich verschieben. Wenn Sie aber in einem bestehenden Arbeitsverhältnis wichtige Termine haben, dürfen Sie dies gerne kommunizieren. Jeder verantwortungsbewusste Arbeitgeber akzeptiert die Loyalität zu ihrem alten Arbeitgeber. Auch länger geplante Reisen, Hochzeiten oder Familienangelegenheiten sind durchaus Gründe, warum Sie um einen neuen Termin bitten dürfen. Wichtig: Nennen Sie direkt ein paar Vorschläge in Ihrer Anfrage. So gehen Sie sicher, nicht noch einen Vorschlag zu bekommen, den Sie ablehnen müssen.

#2 Ist der Termin von beiden Seiten bestätigt?

Im Gefühlschaos vor dem Vorstellungsgespräch vergessen viele Kandidaten das Wichtigste: Den genannten Termin auch zu bestätigen. Erst nach dieser Rückmeldung plant der Personaler sicher mit Ihrem Erscheinen. Verlieren Sie daher keine Zeit und haken Sie diesen Punkt auf der Checkliste vor dem Bewerberinterview schnellstmöglich ab.

Checkliste Bewerberinterview: Das Unternehmen

Nachdem der Termin nun fest steht und beiderseits bestätigt ist, sollten Sie sich so früh wie möglich inhaltlichen Schwerpunkten auseinandersetzen. Zwei Wochen Wartezeit können besser genutzt werden, als mit angespannten Nerven den Termin ängstlich abzuwarten. Haken Sie lieber die folgenden Punkte ab:

#3 Informationen sammeln: Das ist Geld wert

Versuchen Sie, in der Zeit vor dem Vorstellungsgespräch so viele Informationen wie möglich über Ihren Wunscharbeitgeber zu sammeln. Zahlen, Daten und Fakten finden Sie meistens auf der Homepage des Unternehmens. Sie können aber auch versuchen, mit ehemaligen oder sogar aktuellen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. So haben Sie bereits vor dem Termin ein klares Bild von dem Unternehmen und können viel zielgerichteter argumentieren.

#4 Die Stellenanzeige: Wertvolle Informationen

Eine weitere Quelle, die Sie eingehend studieren sollten, ist die Stellenanzeige selber. Meistens lesen Bewerber dieses Dokument nur oberflächlich und entscheiden sich aus dem Bauch heraus für eine Bewerbung. Im Falle einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch spricht da auch nichts dagegen. Aber nun gilt es, die Anforderungen aus der Jobanzeige mit ihren eigenen Kompetenzen zu verknüpfen, um einen soliden roten Faden aufzubauen. Dafür brauchen Sie Zeit.

#5 Der Gesprächspartner: Was wissen Sie?

Diesen Punkt sollten Sie immer abhaken können: Googeln Sie Ihren Gesprächspartner! So wissen Sie nicht nur, wen Sie da eigentlich vor sich haben, Sie wissen auch, ob Sie eventuell Gemeinsamkeiten haben und worauf diese Person besonderen Wert liegt. Außerdem gibt es Sicherheit, in einer herausfordernden Situation das Gegenüber einschätzen zu können. Und Sicherheit kann in dieser Situation jeder gebrauchen.

#6 Haben Sie noch Fragen?

Bei der Recherche zum Unternehmen, der Stelle und Ihrem Gesprächspartner werden Sie bei aller Mühe nicht alle Antworten finden. Notieren Sie sich daher die offenen Fragen, um sie im direkten Gespräch klären zu können. Das zeigt nicht nur, dass Sie sich tatsächlich ernsthaft vorbereitet haben, sondern auch, dass Sie fundiert entscheiden wollen, ob eine Zusammenarbeit eine gute Idee ist.

Organisatorische To Dos: Vergessen Sie nichts!

Wenn Sie sich nun inhaltlich perfekt vorbereitet haben, gilt es, auch die organisatorischen Punkte zu planen. Nur das Zusammenspiel aus Planung und Recherche garantiert Ihnen ein erfolgreiches Gespräch. Dabei helfen Ihnen die folgenden Punkte:

#7 Der Anfahrtsweg: Kommen Sie pünktlich!

Ob mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Auto: Der Verkehr ist niemals richtig einzuschätzen und gerade in stressigen Situationen kommt gerne etwas dazwischen. Planen Sie daher Puffer ein, um wirklich pünktlich und entspannt ankommen zu können. Und noch ein Tipp für Großstädte: Erkundigen Sie sich nach Parkplätzen. Sonst dauert die Suche genauso lange, wie der Anfahrtsweg.

#8 Ihre Handtasche: Das sollten Sie mitnehmen

In der Eile vor dem großen Termin bleiben schnell einige Sachen auf der Strecke. Packen Sie Ihre Tasche daher am besten am Abend vorher. Denken Sie an Ihre Bewerbungsunterlagen, einen Notizblock und Stifte, gegebenenfalls eine Präsentation oder ein Ticket. So vergessen Sie nichts.

#9 Wählen Sie Ihr Outfit

Auch diese Aufgabe sollte spätestens am Tag vor dem Vorstellungsgespräch erledigt sein. Ein wichtiger Tipp: Tragen Sie Ihr Outfit zur Probe. Gerade eigens für das Vorstellungsgespräch gekaufte Kleidung hat die lästige Eigenschaft, genau das nicht zu tun, was sie soll: Ihnen einen entspannten Auftritt garantieren. Das Wichtigste ist, dass Sie sich wohl fühlen. Und das sollte getestet werden.

#10 (K)ein Wecker

Ein Wecker ist kein Wecker: Eine wertvolle Regel für den wichtigen Tag. Egal, ob Sie früh aufstehen müssen oder einfach den richtigen Zug erwischen sollten. Manchmal geht es um Minuten. Wenn dann der Wecker versagt, ist es um das pünktliche Erscheinen geschehen. Prüfen Sie daher, ob Ihr Wecker wirklich funktioniert und nutzen Sie im Zweifelsfall lieber noch ein zweites Exemplar. Dieses Prinzip der Renundanz wird verhindern, dass Sie nicht erinnert werden.

Checkliste Bewerberinterview: Das Vorstellungsgespräch

Sie haben nun alle erforderlichen inhaltlichen Informationen und auch die organisatorischen Aspekte perfekt geplant. Ein wichtiger Schritt hin zum erfolgreichen Vorstellungsgespräch ist getan. Nun gilt es noch, sich mit der Situation selber auseinanderzusetzen. Denn eine Ausnahmesituation kann nur dann gut gemeistert werden, wenn Sie wissen, was auf Sie zukommt.

#11 Der Ablauf: Was erwartet Sie?

Informieren Sie sich über den generellen Ablauf eines Bewerberinterviews. Denn in den meisten Fällen läuft dieser Termin nach einem festgelegten Schema ab. Je nach Branche und Unternehmen können aber auch unterschiedliche Punkte auf Sie zukommen. Recherchieren Sie die Optionen, um auf jede Aufgabe vorbereitet zu sein.

#12 Fragen über Fragen

Eine Tatsache, mit der Sie immer konfrontiert werden, sind Fragen. Schließlich muss der Personaler herausfinden, wer Sie eigentlich sind. Bereiten Sie daher Antworten vor, mit denen Sie Ihr Gegenüber überzeugen können. Klassiker sind die Fragen zu Ihrem Werdegang und Ihrer Motivation. Es gibt aber auch klassische Fangfragen, bei denen es gilt, locker und schlagfertig zu antworten. In manchen Fällen können auch Knobelaufgaben auf Sie zukommen. Vorbereitung ist da wieder Geld wert.

#13 Ihre Gehaltsvorstellungen, Ihr Eintrittstermin, Ihre Entscheidung

Die Gehaltsverhandlung bereitet vielen Kandidaten Kopfzerbrechen. Zu unrecht. Schließlich ist die Entlohnung in einem Arbeitsverhältnis gleichzusätzen mit der Wertschätzung Ihrer Arbeitsleistung. Informieren Sie sich daher gründlich über gängige Löhne in Abhängigkeit von der Branche, des Standorts und Ihrer Arbeitserfahrung. So können Sie Ihre Vorstellungen klar kommunizieren und logisch argumentieren. Dasselbe gilt für einen möglichen Eintrittstermin: Wenn Sie Ihre Grenzen wissen, lässt es sich viel einfacher verhandeln.

#14 Unzulässige Fragen

Auch wenn es ein unangenehmes Thema ist, sollten Sie als Bewerber wissen, was ein Personaler Sie fragen darf. Und was nicht. Im Allgemeinen Gleichstellungsgesetz ist klar geregelt, welche Themen von Ihnen nicht beantwortet werden müssen. So laufen Sie nicht in Gefahr, zu viele Informationen preiszugeben und den Job zu riskieren.

#15 Stärken und Schwächen: Wie argumentieren Sie?

Unter den vielen Fragen, die an Sie gerichtet werden, wird auch die Frage nach Ihren Stärken und Schwächen dabei sein. Diese Antwort gilt es, gezielt vorzubereiten, um sich bestmöglich passend zum Job zu präsentieren. Außerdem zeigen Sie so, dass Sie reflektiert an die neue Arbeit herantreten und eine gesunde Selbsteinschätzung haben. Eine solide Auseinandersetzung mit diesen Fragen hilft Ihnen enorm weiter.

Checkliste Bewerberinterview: Haben Sie an alles gedacht?

Nun haben Sie Ihre Checkliste. Denken Sie daran, frühzeitig mit dem Abhaken der einzelnen Punkte zu beginnen und auch Ihre individuellen Vorbereitungen zu ergänzen. So haben Sie vor dem nächsten Vorstellungsgespräch einen freien Kopf und können entspannt starten.

Wenn Sie es dann geschaffen haben, vergessen Sie nicht: Nach dem Vorstellungsgespräch ist vor dem Vorstellungsgespräch. Reflektieren Sie das Bewerberinterview und ziehen Konsequenzen. Verfassen Sie ein Dankesschreiben per Mail und signalisieren Sie Ihr positives Feedback. Und solange Sie warten: Bewerben Sie sich weiter. So gehen Sie sicher, aus jeder Situation das Beste zu machen. Viel Erfolg!