Vorstellungsgespräch Ingenieur

Was erwartet Sie im Job?

Die Nachfrage des Arbeitsmarktes an ausgebildete Ingenieure ist so hoch wie noch nie und wird voraussichtlich noch weiter steigen. Für Sie sind das gute Nachrichten, denn der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass Sie sich nach einer guten Ausbildung Ihren Arbeitsplatz aussuchen können. Trotzdem kann es passieren, dass kurz vor dem Vorstellungsgespräch als Ingenieur die Nervosität steigt. Gerade wenn Sie sich in einem sehr renommierten Unternehmen beworben haben, sind Sie nicht selten der einzige Kandidat. Auch bei Ihrer guten Ausgangslage gilt es also, das Gegenüber voll und ganz zu überzeugen. Und das kann manchmal gar nicht so einfach sein.

Dreh- und Angelpunkt eines erfolgreichen Vorstellungsgespräches als Ingenieur sind aber nicht von Natur aus mitgebrachte Redefähigkeiten, sondern eine Strategie, die von Ihrer Fachkompetenz überzeugt. Das Gute dabei: Diese Strategie kann jeder lernen. Wenn Sie zudem noch positiv und offen kommunizieren, haben Sie die besten Chancen auf den Job. Wie Sie diese beiden Aufgaben meistern, erfahren Sie hier.

Wie sieht eigentlich die optimale Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch als Ingenieur aus? Was hat es auf sich mit dem ersten Eindruck und wie schaffen Sie es, das Eis zu brechen? Welche Tipps helfen Ihnen, den schwierigsten Teil des Gespräches zu überstehen? Und welche Fehler können Ihnen unbewusst unterlaufen? Verpassen Sie außerdem nicht die Hinweise zur optimalen Strategie nach einem Bewerbungsgespräch. Nur so hinterlassen Sie einen stimmigen Eindruck, der auch im Kopf bleibt.

 

Schritt 1: Vorstellungsgespräch Ingenieur – Vorbereitung ist alles!

Viele Bewerber machen den gleichen Fehler: Sie fokussieren sich allein auf das Gespräch und vergessen, dass der Erfolg eines guten Bewerbungsgespräches immer direkt von der Vorbereitung abhängt. Mit einer guten Vorbereitung sammeln Sie nämlich nicht nur wertvolle Informationen, sondern trainieren auch ein entspanntes und kompetentes Auftreten. Wenn Sie auf alle Fragen antworten können, macht das einen fachlich einwandfreien Eindruck.

Achten Sie daher darauf, zu den folgenden sieben Punkten genügend Notizen zu sammeln, um im Gespräch schlagfertig und ohne langes Nachdenken antworten zu können:

  1. Studieren Sie die Stellenanzeige und gleichen Sie die Anforderungen mit Ihrem eigenen Werdegang und Ihren Kompetenzen ab. Welche Schlagwörter können Sie mit Beispielen aus Ihrer praktischen Erfahrung belegen? Diese Übung ist wichtig, um konkret darstellen zu können, warum Sie für den Job geeignet sind.
  2. Informieren Sie sich über das Unternehmen, insbesondere über die Firmenphilosophie und über den Umgang mit Mitarbeitern. Hier können Sie Punkte herausarbeiten, die Sie besonders ansprechen und als Eckstein für Ihre Motivation verwenden. Das macht Sie als Bewerber glaubwürdig.
  3. Googeln Sie Ihren Gesprächspartner. In den ersten Minuten können Sie sich zwar einen menschlichen Eindruck Ihres Gegenübers erstellen, allerdings können Sie diese Empfindungen besser einordnen, wenn Sie den Hintergrund wissen. Außerdem können Sie so Gemeinsamkeiten entdecken oder auch interessante Details.
  4. Üben Sie vor dem Spiegel oder gehen Sie mit Bekannten, Freunde oder Familie ein fiktives Bewerbergespräch durch. Das kann albern klingen, aber im Ernstfall erinnern Sie sich an schwierige Fragen und Ihre Antwort.
  5. Setzen Sie sich mit typischen Stressfragen auseinander und gehen Sie auch Strategien von Assessment Centern durch. Die Frage nach dem „Warum gerade Sie“ oder „Was erwarten Sie von diesem Job“ sind Punkte, die gründlich vorbereitet werden wollen.
  6. Notieren Sie sich Fragen an das Unternehmen. Als letzte Frage wird Ihnen immer die Möglichkeit gegeben, selber etwas zu erfragen. Diese Chance sollten Sie immer nutzen und gründlich vorbereiten.
  7. Bereiten Sie sich auf eine Gehaltsdiskussion vor, indem Sie sich über Vergleichsgehälter informieren und Ihre eigene Schmerzensgrenze definieren. So gehen Sie sicherer in die Verhandlung.

Nachdem Sie diese Punkte Schritt für Schritt durchgearbeitet haben, sind Sie inhaltlich perfekt auf das Vorstellungsgespräch als Ingenieur vorbereitet. Vergessen Sie daneben aber auch die praktischen Aspekte nicht, wie die Planung der Anfahrt und des angemessenen Outfits. So erscheinen Sie pünktlich, perfekt vorbereitet und im passenden Dresscode. Besser kann es nicht laufen.

 

Schritt 2: Der erste Eindruck – Auf was sollten Sie achten?

Den ersten Schritt haben Sie gemeistert. Jetzt steht das Vorstellungsgespräch vor der Tür und die Nerven flattern. Besonders die ersten Minuten sind wichtig, denn hier entscheiden Menschen über Sympathie oder Antipathie. Grund genug, sich mit den Regeln des Kennenlernens auseinanderzusetzen.

Dafür müssen Sie allerdings keine Literatur lesen. Mit den folgenden Tipps sind Sie schon gut dabei, einen positiven und gewinnenden Eindruck zu machen.

  • Auch wenn Sie kein Fan davon sind: Smalltalk ist wichtig, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Steigen Sie nicht direkt mit den schwierigen Fragen zum Job ein, sondern unterhalten Sie sich über das Wetter, die Anfahrt oder über sonstige unverfängliche Themen.
  • Lassen Sie Situationen auf sich zukommen. Es sind doch mehr Personen anwesend, als gedacht? Das ist kein Grund zur Panik, sondern zur Freude. Schließlich scheint man sehr interessiert an Ihnen zu sein.
  • Lächeln Sie! Auch als Ingenieur. Im Vorstellungsgespräch geht es um die menschliche Komponente, die fachlichen Fragen wären auch digital zu regeln. Guter Humor und Lachen hat noch nie geschadet.
  • Schauen Sie sich ruhig um und stellen Sie Fragen zum Gebäude. Hier werden Sie im besten Fall einiges an Zeit verbringen. Klären Sie daher auch für sich selber ab, ob Sie sich wohlfühlen können.
  • Begrüßen Sie jeden Gesprächsteilnehmer, auch Praktikanten und Protokollanten. Sie wissen auf den ersten Blick nie, um wen es sich wirklich handelt.
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Begrüßung. Es dauert sehr lange, einen schlechten ersten Eindruck zu revidieren. Länger, als sich Zeit für einen Guten zu nehmen.

Der erste Eindruck ist also kein Mysterium, sondern für jeden erlernbar. Falls Sie sich noch unsicher sind: Üben Sie vor dem Spiegel. So verbessert sich die Selbstwahrnehmung, was Ihnen in der konkreten Situation immer hilft.

 

Schritt 3: Selbstpräsentation, eine wichtige Eigenschaft

Nach der Begrüßung geht es meistens direkt los. Zwar wird zuerst das Unternehmen vorgestellt, danach aber werden Ihnen Fragen über Fragen zugespielt, die es gilt, möglichst flüssig zu beantworten. Das alles dient dem Zweck, herauszufinden, wie Sie als Bewerber zu dem Unternehmen passen können. Neben den fachlichen Informationen, die Ihnen als Ingenieur, am wichtigsten Erscheinen, gibt es aber auch wichtige Regeln zur Selbstpräsentation. Nur so können Sie Ihre Qualifikation im besten Licht darstellen.

  1. Achten Sie darauf, gerade bei Kompetenzfragen, nicht einfach die Informationen aus Ihrem Lebenslauf zu wiederholen. So bringen Sie keine neuen Aussagen ein. Stattdessen sollten Sie die einzelnen Stationen vertiefen und eine konkrete Beziehung zu Ihrer Bewerbung herstellen.
  2.  Achten Sie bei jeder Aussage auf den direkten Bezug zum Unternehmen. Was bieten Sie für einen Mehrwert, den andere Kandidaten nicht mitbringen? Warum sitzen Sie in diesem Vorstellungsgespräch und nicht bei der Konkurrenzfirma?
  3. Versuchen Sie, eine gleichmäßige Mischung aus Fakten und Ihrer persönlichen Motivation zu wahren. Reine Fakten begeistern nicht. Genauso wenig kann reine Motivation überzeugen. Nur beides zusammen ist das, was Sie im Rennen hält.
  4. Schwierige Fragen wollen ehrlich beantwortet werden. Nur so erfährt Ihr Gegenüber aber auch Sie, ob Sie tatsächlich in dem Job erfolgreich arbeiten können. Durch eine gründliche Vorbereitung werden Sie nicht aus dem Konzept gebracht.
  5. Nervosität ist normal. Trotzdem sollte Ihre Selbstpräsentation nicht dazu dienen, Ihr Gegenüber um jeden Preis zu überzeugen. Auch für Sie ist das Vorstellungsgespräch eine Gelegenheit zur Entscheidung. Wenn Sie das ausstrahlen, erzielen Sie das beste Ergebnis.

Alle fünf Punkte erfordern Übung und werden im Eifer des Gefechts manchmal vergessen. Lassen Sie sich daher nicht entmutigen, wenn Sie doch einmal weniger überzeugend auftreten konnten. Übung macht den Meister!

 

Schritt 4: Fehler im Vorstellungsgespräch – So können sie vermieden werden

Trotz aller guten Vorbereitung, einem sympathischen ersten Eindruck und der perfekten Strategie zur Selbstpräsentation kann es vorkommen, dass Sie unbewusst in ein Fettnäpfchen treten. Meistens passiert das unbewusst und zieht trotzdem negative Konsequenzen nach sich.

Das sollte Ihnen nicht passieren. Mit den folgenden Tipps stellen Sie sicher, dass Sie fehlerfrei durch das Gespräch kommen:

  • Lücken im Lebenslauf. Das ist kein Fehler, solange Sie dafür eine Erklärung bereithalten. Setzen Sie sich daher vor dem Gespräch mit Ihrem Werdegang auseinander und üben Sie eine flüssige Präsentation.
  • Schwächen mit Floskeln kaschieren. Die Frage nach Ihren Schwächen mit dem Klassiker „Perfektionismus“ abzutun, ist keine gute Strategie. Hier geht es darum, herauszufinden, ob Sie in ein bestimmtes Team passen. Trauen Sie sich daher und sprechen Sie offen über Schwächen.
  • Ingenieure müssen nicht reden, sondern wissen. Das ist ein Vorurteil, das Ihnen im Bewerbungsgespräch große Steine in den Weg legt. Auch als Ingenieur müssen Sie Informationen transportieren können. Geben Sie sich daher redegewandt und offen, statt einsilbig und fachspezifisch.
  • Vergleiche mit Ihrem alten Arbeitgeber. Natürlich sollten Sie Ihre Arbeitserfahrung betonen. Jegliche Vergleiche, egal ob positiv oder negativ, sind dagegen häufig ein Ausschlusskriterium. Schließlich geht es um einen neuen Job!

 

Schritt 5: Nach dem Vorstellungsgespräch dranbleiben!

Nun haben Sie beinahe alle Schritte beisammen, die Ihnen als Ingenieur im Vorstellungsgespräch zur perfekten Strategie verhelfen. Was Sie aber nicht vergessen dürfen: Mit der Verabschiedung ist Ihr Bewerbungsgespräch noch lange nicht beendet.

Jetzt gilt es, die Chance zu nutzen und sich noch einmal in das Gedächtnis zu rufen. Das kann ganz einfach durch eine freundliche Mail geschehen, in der Sie sich für das Gespräch bedanken und Ihr weiterhin bestehendes Interesse betonen. Auch wenn Sie sich damit aus dem Fenster lehnen: Hartnäckigkeit hat schon so manche Jobs ergattert.

 

Vorstellungsgespräch Ingenieur: Ihre Strategie, Ihre Entscheidung

Mit diesen fünf Schritten haben Sie eine ausgefeilte Anleitung an der Hand, wie Sie als Ingenieur das Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern können. Vergessen Sie dabei nicht, dass jedes Gespräch einzigartig und individuell ist. Passen Sie daher die einzelnen Schritte und Tipps auf Ihre persönliche Situation an. So vorbereitet können Sie gelassen dem Termin entgegensehen und haben die besten Chancen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Viel Erfolg!